Sammelklage gegen AWD

23. September 2004, 11:05
7 Postings

Der VKI klagt den Finanz­anlage­berater im Auftrag des Ministeriums für Konsumenten­schutz wegen der Kapital­anlage Boden-Invest

Wien - Der Verein für Konsumteninformation (VKI) wurde von Konsumentenschutzminister Herbert Haupt (F) beauftragt, eine Sammelklage für Geschädigte zu organisieren, die in die vom Finanzanlageberater AWD angebotene "zweifelhafte" Kapitalanlage Boden-Invest investiert haben, teilt das Ministerium am Mittwoch mit.

Servicenummer

Geschädigte Anleger, die bis Ende Oktober 2004 abgeschichtet werden und einen Kapitalverlust erlitten haben, werden aufgefordert, sich beim VKI zu melden. Die kostenpflichtige Hotline (0900 940 024) ist von Montag bis Freitag von 8 bis 15 Uhr besetzt und kostet 0,91 bis 1,09 Euro pro Minute.

Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter verbraucherrecht.at. Für Geschädigte, die ihre Ansprüche an den VKI abtreten, entstehen lediglich Kosten in der Höhe von einmal 70 Euro, heißt es.

Wegen des Vorwurfes der falschen Anlageberatung wurden gegen AWD bereits einige Gerichtsverfahren durchgeführt, wobei der VKI zwei davon gewonnen hat, eines bereits rechtskräftig, zwei befinden sich im Berufungsstadium, so das Ministerium weiter.

Hintergrund

Zum Hintergrund heißt es in der Mitteilung des Ministeriums: AWD hat in den 90er-Jahren eine Geldanlage in Immobilien vorwiegend an Kleinanleger - bis 2.000 Schilling (145 Euro) Ansparbetrag pro Monat - unter dem Namen "Boden-Invest" vertrieben. Häufig wurde "von schlecht bis nicht geschulten Anlageberatern den Kunden vorgegaukelt", dieses Produkt sei gleich sicher wie ein Bausparvertrag, bringe jedoch mehr Rendite.

Tupperware-System

Der Vertrieb erfolgte zumeist nach dem sogenannten "Tupperware-System", das heißt unter Freunden, Bekannten und Verwandten der Berater. Des weiteren wurde anlässlich der Vertragsunterfertigungen oftmals kein Veranlagungsprospekt ausgehändigt bzw. darin enthaltenen Angaben nicht erläutert.

Da die Objekte, in die investiert werden sollte, zum Teil noch gar nicht errichtet worden waren und außerdem ein Teil des Geldes in argentinische Staatsanleihen investiert wurde (wobei Argentinien diese Anleihen in weiterer Folge nicht beglich), kam es teilweise zu massiven Verlusten der Anleger. (APA)

Share if you care.