"Coffee to go" schadet Kaffeehaus nicht

29. September 2004, 09:33
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Energydrink aus der Bohne bleibt beliebt wie eh und je, aber er könnte teurer werden

Wien - Jene, die den Niedergang der Wiener Kaffeehauskultur herbeigeredet hatten, als Starbucks und "Coffe to go" vor ein paar Jahren in Österreich Einzug hielten, haben sich gründlich getäuscht. Das Geschäft mit dem Kaffee läuft bestens.

Das erklärte man am Mittwoch beim Kaffeeverband, als man das abgelaufene Geschäftsjahr resümierte. Das bemerken Gastronomen, wenn sie in ihre Lokale schauen. Und davon berichtet Jeanette Skrebensky-Meinl, und sie ist geradezu euphorisch: "Starbucks und 'Coffee to go' hat uns nicht geschadet." Ganz im Gegenteil, wurden damit neue, vor allem junge Kunden gewonnen. Jene die früher nie Kaffee getrunken haben, trinken ihren Kaffee im Gehen oder setzen sich ins Kaffeehaus." Und so bleibt der Kaffee Wiener Kulturgut, dass uns dankenswerterweise die Türken hinterlassen haben, als sie 1683 die Belagerung Wiens beenden mussten.

"Kaffee ABC"

Kaffeesieder und Kaffeehausbetreiber haben sich jetzt, im "88. Versuch", wie Maximilian Platzer, Obmann der Wiener Kaffeehäuser, selbstkritisch anmerkt, auf ein "Kaffee ABC" einigen können. Ein kleiner Falter, in dem beschrieben steht, wie eine Melange, ein Franziskaner oder ein Einspänner bereitet werden. Anlässlich des "Tages des Kaffees" am 1. Oktober liegt die Empfehlung für guten Geschmack in allen Kaffeehäusern gratis auf.

165 Liter trinkt jeder Österreicher

165 Liter trinkt jeder Österreicher, wenn man den Gesamtverbrauch pro Kopf umlegt. Acht Millionen Kilogramm Kaffee werden pro Jahr in der Gastronomie verarbeitet. Womit nach Ansicht von Harald Mayer, Vizepräsident des Kaffee- und Teeverbands, Kaffee der alkoholfreie "Energydrink" ist, den Volk sich am liebsten gönnt.

Was hier zu Lande besonders eingeschlagen hat: Kaffee mit Extrageschmack. Vanille, Zimt, Karamel, berichtet Experte Mayer, im Instant-Pack, der rasch mit heißem Wasser im Büro aufgegossen wird oder eben im Kaffeehaus auf Basis frischen Bohnenkaffees.

Teure Grünsorten

Die meisten der in Österreich verwendeten Kaffeesorten stammen aus Brasilien, Vietnam und Kolumbien. Gerd Schütz, Verbandspräsident, klagt, dass die "Grünsorten", also das Rohprodukt, immer teurer werden, während im Lebensmittelhandel der Preis niedrig sei, das Niveau der 60er-Jahre habe. Er könne keine Prognose für die Preisentwicklung abgeben, aber er hätte Verständnis, wenn die Preise erhöht würden. Womit Kaffeetrinker vorbereitet sind - der Genuss wird teurer. (aw/DER STANDARD, Printausgabe, 23.9.2004)

  • Der Energydrink aus der Bohne bleibt beliebt - Pro Kopf trinkt man hierzulande 165 Liter Kaffee pro Jahr.
Wie man eine Melange, einen Franziskaner oder einen Einspänner bereitet, das haben die österreichischen Kaffeesieder nun im "Kaffee ABC" zusammengefast. Es wird anlässlich des "Tag des Kaffees" am 1. Oktober in allen Kaffeehäusern des Landes gratis aufliegen.

    Der Energydrink aus der Bohne bleibt beliebt - Pro Kopf trinkt man hierzulande 165 Liter Kaffee pro Jahr.
    Wie man eine Melange, einen Franziskaner oder einen Einspänner bereitet, das haben die österreichischen Kaffeesieder nun im "Kaffee ABC" zusammengefast. Es wird anlässlich des "Tag des Kaffees" am 1. Oktober in allen Kaffeehäusern des Landes gratis aufliegen.

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