Zweiter Mann hinter Zarqawi getötet

23. September 2004, 19:09
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Abu Anas lieferte Zarqawi-Terroristen die religiöse Rechtfertigung

Kairo - Der als tot gemeldete jordanische Prediger Scheich Abu Anas al Shami (35) lieferte der Terroristengruppe al Tawhid wa al Dschihad im Irak in den vergangenen Monaten die religiöse Rechtfertigung für viele ihrer Bluttaten. In der von seinem Landsmann Abu Musab al Zarqawi angeführten Extremistengruppe war der Scheich, der mit bürgerlichem Namen Omar Yussif Jomaa hieß, "Vorsitzender des Komitees für geistige Führung und religiöse Weisungen" und der zweite Mann an der Spitze der Bewegung. Er erklärte den Terroristen, es sei rechtens jeden Muslim zu töten, der für die "Ungläubigen" arbeite, also etwa einen türkischen Lastwagenfahrer, der Waren für die US-Armee transportiert.

In diesem Sommer waren im Internet zwei Tonbandaufnahmen veröffentlicht worden, die Abu Anas zugeschrieben wurden, und in denen er unter anderem gegen die irakischen Schiiten hetzt. Außerdem soll er Erklärungen verfasst haben, die im Namen von Zarqawi veröffentlicht wurden.

Probleme mit jordanischen Behörden

Abu Anas el Shami, der in Saudiarabien islamische Religionswissenschaften studiert hatte, soll Jordanien nach Informationen jordanischer Medien erst nach dem Sturz des Saddam-Regimes im vergangenen Jahr verlassen haben. Wegen seiner radikalen Ansichten hatte der Jordanier palästinensischer Herkunft in Jordanien mehrfach Probleme mit den Behörden.

Vor der Enthauptung ausländischer Geiseln im Irak hat die Terrorgruppe El Tawhid wa El Dschihad oft Scheinprozesse inszeniert und anschließend behauptet, Gottes Urteil vollstreckt zu haben. Die radikale Ideologie der Gruppe, für die Abu Anas zu einem großen Teil verantwortlich war, geht inzwischen jedoch auch vielen irakischen Islamisten und Aufständischen-Gruppen zu weit. Von denen sollen sich einige inzwischen gegen Zarqawis Gruppe gestellt haben. (APA/dpa)

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    Scheich Abu Anas al-Shami

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