Drei Tote bei Selbstmordanschlag in Jerusalem

25. September 2004, 15:30
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Palästinensische Attentäterin sprengte sich an Bushaltestelle in die Luft - Al-Aksa-Brigaden bekennen sich

Jerusalem - Eine palästinensische Selbstmordattentäterin hat am Mittwoch in Jerusalem zwei Polizisten mit sich in den Tod gerissen. Mindestens 17 Menschen seien verletzt worden, teilte die Polizei weiter mit, darunter ein Neunjähriger. Der Anschlag war der erste in der Stadt seit Februar.

Al-Aksa-Brigaden bekennen sich

Die 18-jährige verschleierte Frau hatte die Bombe in Ost-Jerusalem nahe einer Stelle gezündet, an der häufig Soldaten auf Mitfahrgelegenheiten warten. Zu der Tat bekannte sich die radikale Palästinensergruppe Al-Aksa-Märtyrer-Brigaden, die zur Fatah-Bewegung des Palästinenser-Präsidenten Yasser Arafat gehört. Israels Ministerpräsident Ariel Sharon drohte den Extremisten, "mit aller Macht" zurückzuschlagen.

Annan ruft zur Beendigung des Terrors auf

Der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Korei verurteilte den Anschlag. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, forderte die Palästinenser-Regierung auf, alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um den Terror zu beenden.

In einer Erklärung der Brigaden hieß es, der Anschlag sei eine Vergeltung für die Tötung gewalttätiger Palästinenser durch die israelische Armee in Nablus und Jenin. Israelische Truppen hatten im Westjordanland in der vergangenen Woche fünf Kämpfer und ein elfjähriges Mädchen getötet. Die Al-Aksa-Brigaden werden für zahlreiche Anschläge in Israel verantwortlich gemacht.

Täterin stammte aus Flüchtlingslager

Eine Augenzeugin berichtete im Armee-Rundfunk, die Attentäterin sei einem in der Nähe postierten Polizisten aufgefallen, der sie zu sich gerufen habe. Die junge Frau sei daraufhin auf den Polizisten zugegangen. "Sie warf den Kopf zurück und dann kam es zur Explosion", sagte die Frau. Ambulanzen rasten zum Anschlagsort und die Sicherheitskräfte riegelten den Tatort im Viertel French Hill ab. Offiziellen Angaben zufolge ist die Identität der Attentäterin geklärt. Die 18-Jährige stammte aus einem Flüchtlingslager und hatte gerade ihre Schulprüfungen bestanden.

Israel hat das Viertel French Hill im Sechs-Tage-Krieg 1967 erobert und später wie den gesamten Osten Jerusalems annektiert. Die Annexion wurde international nie anerkannt. (APA/Reuters)

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