Zivildienst: Fredy Mayer holte sich Tipps bei Helmut Zilk

24. September 2004, 14:13
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Es werde weder auf sechs Monate gekürzt noch wird es bei zwölf Monaten bleiben

Wien - Zu einem Erfahrungsaustausch haben sich der Vorsitzende der Zivildienst-Kommission, Fredy Mayer, und der seinerzeitige Leiter der Bundesheer-Kommission, Helmut Zilk, am Mittwoch getroffen. Zilk ist es ja gelungen, eine Vier-Parteien-Einigung über die Verkürzung des Präsenzdienstes auf sechs Monate zu erzielen. Mayer soll nun die dadurch erforderliche Kürzung des Zivildienst vorbereiten. Nach dem Gespräch zeigten sich die beiden durchaus auf ähnlicher Linie: Der Zivildienst werde weder auf sechs Monate gekürzt noch bei zwölf Monaten belassen.

Verkürzung auf sechs Monate "undurchführbar" und "unrealistisch"

Er habe sich bei Zilk Anleihen geholt, wie man aus den Ergebnissen der Fachausschüsse konkrete Vorschläge erarbeiten könne, die von allen Beteiligten mitgetragen werden können, sagte Mayer, der auch Rot Kreuz-Präsident ist. Inhaltlich teilt man ähnliche Positionen: Eine Verkürzung des Zivildienstes auf sechs Monate halte er für "undurchführbar" und "unrealistisch", so Zilk. Mayer: In diesem Fall könne man nicht mehr alle Zivildiener bei Einrichtungen unterbringen.

Die Bundesheer-Kommission hat bei ihren Empfehlungen im Juni vorgeschlagen, eine "adäquate" Kürzung vorzunehmen. Für Zilk ergibt sich daraus, dass man wohl bei neun oder zehn Monaten zu liegen kommen werde. Der frühere Wiener SP-Bürgermeister hat damit auch eine von der SP-Parteilinie abweichende Meinung. Die Bundespartei spricht sich für eine Kürzung auf sechs Monate aus.

System freiwilligen Sozialdienst zu jetzigen Bedingungen sei "Wunschdenken"

Sowohl Zilk als auch Mayer glauben auch nicht, dass man mit den jetzigen Rahmenbedingungen einen freiwilligen Sozialdienst einführen wird können, wenn die Wehrpflicht einmal ganz abgeschafft werden sollte. "Das ist Wunschdenken, eine liebenswerte Vorstellung, aber bar jeder Realität", meinte Zilk. Mayer sekundierte: Seit dem Jahr 2000 sei die Zahl der Freiwilligen um rund 30 Prozent zurück gegangen. Nötig seien daher Anreize bei der Bezahlung und der der Ausbildung.

Optimistisch für Kompromissvorschlag bis Ende Jänner

Mayer gab sich jedenfalls optimistisch, bis Ende Jänner einen Kompromissvorschlag über die Kürzung vorlegen zu können. Es sei zwar etwas bedauerlich gewesen, dass sich die Parteien zu Beginn mit konkreten Positionen "eingegraben" hätten, mittlerweile orte er aber ein "bisschen Bewegung". Hinsichtlich der Zukunft des Zivildienst nach Abschaffung der Wehrpflicht könne er noch nicht sagen, ob man bis Ende Jänner bereits konkrete Vorschläge haben werde. Einige Vorfragen - etwa verfassungsrechtliche Prüfungen - würden aber wohl schon geklärt sein. (APA)

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    Fredy Mayer (re) am Mittwoch bei Helmut Zilk zum Erfahrungsaustauch.

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