Tschernobyl: 100 Jahre Zutrittsverbot

27. September 2004, 13:57
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So lange sollen die Reaktoren laut neu vorgelegtem Plan in ihrem gegenwärtigen Zustand erhalten bleiben

Kiew - Die Ukraine hat neue Pläne für die vor vier Jahren stillgelegte Nuklearanlage von Tschernobyl vorgelegt. Demnach sollen die Reaktoren bis zu 100 Jahre in ihrem gegenwärtigen Zustand erhalten werden. Erst nach dieser langen Zeit dürfte die Radioaktivität so weit zurückgegangen sein, dass ein Abbau möglich werde, hieß es in einer Erklärung der Kraftwerksleitung vom Dienstag.

1992 war noch anvisiert worden, das Gelände des bislang größten Atomunglücks zu einer Grünanlage für die Bevölkerung umzuwandeln. Jetzt hieß es jedoch, die Strahlung in der 30 Kilometer großen Sperrzone werde noch viele Jahre zu stark sein, um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die neuen Pläne stünden im Einklang mit Vorgaben und Empfehlungen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA).

Die Ukraine bemüht sich weiterhin um Finanzhilfen des Westens in Höhe von weiteren 350 Millionen Dollar (rund 260 Millionen Euro), um den Schutzmantel aus Beton und Stahl um den Unglücksreaktor auszutauschen. Der Reaktor Nummer vier explodierte im April 1986 und geriet in Brand. Von der ausgetretenen Radioaktivität trugen schätzungsweise sieben Millionen Menschen Schäden davon. (APA/AP)

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