Anschlag auf italienische Botschaft in Beirut vereitelt

23. September 2004, 10:49
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Libanesische Regierung bestätigt Festnahme von Terrorverdächtigen - Angeblich Attentatsserie geplant

Beirut/Rom - In der libanesischen Hauptstadt Beirut haben Geheimdienste einen Selbstmordanschlag islamischer Terroristen auf die italienische Botschaft vereitelt. Sicherheitskräfte hätten ein mit Sprengstoff beladenes Auto nahe der diplomatischen Vertretung sichergestellt, verlautete in Beirut. Italienische Medien berichteten am Mittwoch, der Anschlag mit rund 300 Kilogramm Sprengstoff hätte der Auftakt zu einer Attentatsserie im Libanon sein sollen. Dabei habe auch eine deutsche Diplomatin getötet werden sollen.

Zehn Festnahmen

Zehn mutmaßliche Mitglieder der Terrorgruppe seien bereits am vergangenen Freitag in Beirut festgenommen worden. Die Gruppierung unter dem Namen Jamaa al-Dinniya sei im Libanon aktiv, international aber bislang eher unbekannt. Unter den Festgenommen sei der Führer der Gruppe, Abi Omar, verlautete in Rom unter Berufung auf italienische Geheimdienste. Die Anti-Terror-Operation sei gemeinsam mit Mitarbeitern der libanesischen und syrischen Geheimdienste durchgeführt worden.

Die römische Zeitung "La Repubblica" berichtete, für die Ermordung der deutschen Diplomatin habe die Gruppe bereits ein Kommando gegründet. Nähere Einzelheiten wurden nicht berichtet. Als nächste Etappe hätten die Terroristen einen Anschlag auf die Botschaft der Ukraine in Beirut ins Auge gefasst.

Italien als Zielscheibe

Italien ist laut Informationen der Geheimdienste vor allem wegen der Präsenz von 3000 italienischer Soldaten im Irak zur Zielscheibe islamischer Terroristen geworden. Bereits in der Vergangenheit wurden zwei Italiener im Irak entführt und ermordet, unklar ist nach wie vor das Schicksal zweier gekidnappter Italienerinnen. Römische Zeitungen berichteten, die vor zwei Wochen entführten Frauen seien am Leben und seien von Bagdad in die Region um die Rebellenhochburg Falluja verschleppt worden. Unklar sei aber, wer die Entführer seien. (APA/dpa)

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