DFB-Cup: Werder eliminiert Leverkusen

1. Oktober 2004, 14:30
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Cupverteidiger feiert 3:2-Heimsieg - Hertha scheitert an Braun­schweig - Schalke gewinnt im Elfmeter­schießen gegen Lautern - Bayern-Sieg in letzter Minute

Wien - In den neun Mittwoch-Spielen der zweiten Runde des deutschen Fußball-Cups sind mit dem 1. FC Kaiserslautern unter Trainer Kurt Jara, Hertha BSC und Bayer Leverkusen drei weitere Erstligisten ausgeschieden. Die Österreicher-Klubs VfB Stuttgart (Martin Stranzl), Hannover 96 (Roman Wallner) und Eintracht Frankfurt (Markus Weissenberger, Stefan Lexa) zogen hingegen in die dritte Runde ein. Lediglich der wegen eines Kreuzbandrisses zum Zusehen verurteilte Mario Sieglmair erlebte das Scheitern seines Teams Unterhaching.

Valdez-Doppelschlag für den Meister

Im Schlager der Runde feierte der regierende deutsche Meister und Pokalsieger Werder Bremen einen 3:2 (1:1)-Heimsieg gegen Bayer Leverkusen. Überragender Spieler des Abends war Bremen-Stürmer Nelson Valdez, der die Hanseaten mit einem Doppelpack (55.,58.) auf die Siegerstraße brachte. Der Leverkusener Marco Babic hatte zuvor (17.) die frühe Führung der Gastgeber durch Johan Micoud (5.) ausgeglichen. Die größte Überraschung lieferte der Regionalligist Eintracht Braunschweig, der die in der Bundesliga bisher sieglosen Profis von Hertha BSC mit 3:2 bezwang. Braunschweig hatte schon im Vorjahr durch Siege gegen Kaiserslautern und Hannover für Cup-Sensationen gesorgt. Auch den Finalisten der Vorsaison, Alemannia Aachen, erwischte es mit mit einer 1:2 (0:1)-Pleite bei den Amateuren von Bayern München.

Stuttgart, Dortmund souverän

Keine Blöße gaben sich der VfB Stuttgart, der 2:0 bei Rot-Weiß Oberhausen gewann, und Borussia Dortmund beim 3:1-Sieg dank der Tore von Ewerthon (2) und Jan Koller gegen Unterhaching.

Die österreichischen Deutschland-Legionäre verzeichneten einen erfolgreichen Pokal-Abend. Martin Stranzl kam mit dem VfB Stuttgart zu einem ungefährdeten 2:0-Auswärtserfolg über den Zweitligisten RW Oberhausen und spielte dabei 90 Minuten durch. Hannover 96-Stürmer Roman Wallner wurde in Cottbus in der 113. Minute eingewechselt und durfte einen 5:4-Sieg nach Elfmeter-Krimi (2:2,2:2,1:0) bejubeln. Nicht minder spannend ging es in Fürth zu, wo sich Eintracht Frankfurt mit dem überragenden Thomas Weissenberger beim Zweitliga-Spitzenreiter erst in der Verlängerung mit 4:2 (2:2,1:1) durchsetzte. Stefan Lexa kam bei Frankfurt nicht zum Einsatz.

Dramatik pur in Kaiserslautern

Dank der Nervenstärke im Elfmeterschießen blieb der FC Schalke 04 auch im dritten Spiel unter der Regie von Interimstrainer Eddy Achterberg siegreich. In dramatischen 90 Minuten trafen Ebbe Sand (32./90.) und der Ex-Lauterer Lincoln (78.) für die Knappen. Vor 22.365 Zuschauern retteten sich die Lauterer durch Selim Teber (59.), ein Eigentor von Mladen Krstajic (61.) und Ingo Hertzsch (90.) in die Verlängerung. Dort gelang Teber (95.) das 4:3, ehe Krstajic (116.) erneut ausglich.

Kaiserslautern-Trainer Kurt Jara war nach dem 3:4 gegen Schalke 04 erbost. "Was ich absolut nicht verstehe, sind die Pfiffe bei jeder meiner Auswechslungen, mit denen ich das Match erst umgedreht habe. Ich weiß nicht, wie lange ich mir das noch anhöre", meinte Jara und kündigte an, eine Aussprache mit dem Präsidium zu suchen.

Überschattet wurde der Cup-Spieltag vom tragischen Tod eines Kölner Fans bei der 2:4 (3:3,3:3,1:2) Niederlage der "Geißböcke" nach Elfmeterschießen gegen Rostock. Der 18-Jährige hatte offenbar eine Herzattacke erlitten.

Zittersieg der Bayern

Bayern München musste am Dienstag bis zuletzt um das Weiterkommen zittern. Roy Makaay sicherte erst mit einem Tor in der 90. Minute einen 3:2-Sieg des Rekord-Cupsiegers beim Regionalligisten VfL Osnabrück. Die Mannschaft von Trainer Felix Magath konnte wie schon in der Meisterschaft nicht überzeugen und stand bei einem Spielstand von 2:1 für den Außenseiter schon vor dem Aus. Dank des Ausgleichs von Pizarro und den unfehlbaren Goalgetter-Qualitäten von Makaay der einen schnellen Gegenangriff eiskalt abschloss kam es aber doch noch anders.

Obwohl kein Klassenunterschied erkennbar wurde, gaben sich Magath und auch Manager Uli Hoeneß nach dem Schlusspfiff betont entspannt. Er habe ein gutes Spiel gesehen, meinte der Trainer und Hoeneß wollte einen klaren Aufwärtstrend bei den Münchnern beobachtet haben.

Im einzigen Duell zweier Bundesligisten setzte sich Freiburg in der Verlängerung trotz zweimaligen Rückstandes dank Regis Dorn gegen über weite Strecken überlegene Bochumer 3:2 durch. Der Franzose hatte erst in der 90. Minute die Verlängerung erzwungen, bevor ihm in der 116. Minute auch der Siegtreffer gelang. Es war dies die erste Saisonniederlage für Bochum. Zwei Bundesligisten, Nürnberg (gegen Trier) und Mainz (gegen Karlsruhe), scheiterten an zweitklassigen Gegnern.

Dem Regionalligisten Paderborn, der in der ersten Runde schon den Hamburger SV ausgeschaltet hatte, gelang mit dem 2:1-Heimsieg gegen den Zweitligisten Duisburg eine weitere Überraschung. Paderborn steht damit erstmals in der Vereinsgeschichte im Achtelfinale. (APA/red/rob)

Resultate DFB-Cup 2. Runde:

Mittwoch:

  • Werder Bremen - Bayer Leverkusen 3:2 (1:1)
  • 1. FC Köln - Rostock 2:4 n.E. (3:3,3:3,1:2)
  • RW Oberhausen - VfB Stuttgart 0:2 (0:0)
  • Borussia Dortmund - Unterhaching 3:1 (1:0)
  • Eintracht Braunschweig - Hertha BSC 3:2 (0:0)
  • Bayern München A. - Alem. Aachen 2:1 (1:0)
  • Cottbus - Hannover 96 4:5 n.E. (2:2,2:2,0:1)
  • Kaiserslautern - Schalke 3:4 n.E. (4:4,3:3,0:1)
  • Eintracht Frankfurt - Greuther Fürth 4:2 n.V. (2:2,1:1)

    Dienstag:

  • VfL Osnabrück - Bayern München 2:3 (1:1)
  • SC Paderborn - MSV Duisburg 2:1 (1:1)
  • 1860 München - Eintracht Trier 3:4 n.E. (0:0)
  • 1. FC Nürnberg - LR Ahlen 2:3 n.V. (2:2,2:0)
  • SC Freiburg - VfL Bochum 3:2 n.V. (2:2,1:1)
  • 1. FC Köln (A) - Arminia Bielefeld 2:4 (0:3)
  • Karlsruher SC - Mainz 05 3:0 n.E. (1:1,1:1,0:0)
    • Bild nicht mehr verfügbar

      Starkregen- Wasserspiele in Dortmund: Unterhachings Darlington Omodiagbe (re) mit David Odonkor (Dortmund).

    • Makaay schoss die Bayern in die nächste Runde.

      Makaay schoss die Bayern in die nächste Runde.

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