France Filipic erhält Ehrenmedaille des Mauthausen-Komitees

26. September 2004, 22:15
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Dichter widmete sich unter anderem dem Schicksal von Slowenen im Konzentrationslager

Laibach - Der 85-jährige slowenische Dichter und Publizist France Filipic ist am Dienstag in der österreichischen Botschaft in Laibach mit der Ehrenmedaille "Pro meritis" des Internationalen Mauthausen-Komitees ausgezeichnet worden. Der österreichische Vertreter im Komitee, Wolfgang J.Bandion, der die Auszeichnung überreichte, wies darauf hin, dass die Medaille, die außerordentliche Verdienste oder das Lebenswerk würdige, sehr selten verliehen werde.

Der heute in Marburg lebende Filipic, der in der slowenischen Öffentlichkeit als Dichter, Historiker und Publizist bekannt ist, war während des Zweiten Weltkriegs im Konzentrationslager Mauthausen interniert. Nach Kriegsende war Filipic als Journalist tätig und wirkte später als freier Schriftsteller und Historiker. Er verfasste zahlreiche Bücher und widmete sich vor allem der Geschichte des slowenischen Befreiungskampfes und der Arbeiterbewegung. Unter anderem arbeitete er das Schicksal slowenischer Inhaftierter des KZ Mauthausen auf. Ergebnis war das Buch "Slowenen in Mauthausen", das eine vollständige Liste von in dem Konzentrationslager internierten Slowenen beinhaltet. Nach Einschätzung des Internationalen Mauthausen-Komitees ist diese Publikation "in Europa einzigartig".

Die Ehrenmedaille "Pro meritis" wurde bisher unter anderem dem ehemaligen tschechischen Präsidenten Vaclav Havel, dem slowakischen Ex-Präsidenten Rudolf Schuster, vatikanischen Kardinal-Staatssekretär Angelo Sodano und dem ehemaligen polnischen Außenminister Wladyslaw Bartoszewski verliehen. (APA)

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