Vorm Walde 2005 nicht mehr in der Holding

22. September 2004, 19:51
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Der Abgang des Vorstandschefs bis Ende des Jahres gilt als fix - Martin Huber ist Favorit für Nachfolge

Wien - Die Telefonleitungen zwischen den Klubs von ÖVP und FPÖ, dem Infrastrukturministerium sowie Mitgliedern des ÖBB-Aufsichtsrates laufen derzeit heiß. Grund: Die am Donnerstag fällige Entscheidung über die Führungsspitze in der Bahnholding. Offiziell wird zwar nur ein Nachfolger für den in den Rechnungshof entschwundenen Exklubdirektor der FPÖ, Josef Moser, als Infrastrukturvorstand gesucht; tatsächlich sollen damit aber auch die Weichen für einen neuen Bahnchef gestellt werden.

Vorm Walde-Abgang ziemlich fix

Ziemlich fix dürfte sein, dass ÖBB-Chef Rüdiger vorm Walde Ende des Jahres aus der Holding ausscheidet. Er hänge nicht mit Haut und Haar am Holdingjob, noch dazu, wo die Machtfülle in der schwach konzipierten Dachgesellschaft gering sei. Vorm Walde sei bereit, die Restlaufzeit seines Vertrags, der Mitte 2006 ausläuft, als Chef der Personenverkehrs AG abzudienen, heißt es.

Ein Problem dürfte freilich das Salär sein. Vorm Walde verdient als ÖBB-Generaldirektor inklusive 25 Prozent Erfolgsbonus derzeit 480.000 Euro pro Jahr; bei Gleichbehandlung mit den Vorständen in den Tochterunternehmen würde er deutlich weniger bekommen. Er will aber keine Schlechterstellung.

Martin Huber Favorit für Nachfolge

Beste Chancen als Nachfolger werden derzeit Porr-Vorstand Martin Huber eingeräumt. Er wird von der VP unterstützt, war Erstgereihter auf der Short-List und hat auch beim Kandidatenhearing des ÖBB-Aufsichtsratspräsidiums überzeugt. Die Chancen des von Infrastrukturminister Hubert Gorbach (FP) favorisierten Chefs der Mautgesellschaft Asfinag, Walter Hecke, sind hingegen deutlich gesunken. Das habe nicht zuletzt mit der Wahlschlappe der FPÖ in Vorarlberg zu tun, heißt es. (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.9.2004)

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