Krankenkasse als Betrugsopfer

23. September 2004, 12:36
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Firmenchef unterschlug 1,2 Millionen Euro an Beitragszahlungen

Linz - Ein Bauunternehmer aus dem Bezirk Schärding steht im Verdacht, die oberösterreichische Gebietskrankenkasse im Laufe der vergangenen Jahre um rund 1,2 Millionen geprellt zu haben.

Laut Angaben der oberösterreichischen Arbeiterkammer habe der Mann, der mit seiner Firma bereits im Frühjahr in den Konkurs geschlittert ist, seinen 60 Angestellten zwar immer ordnungsgemäß ihren Lohn gezahlt, sie aber mit deutlich niedrigeren Beträgen bei der oberösterreichischen Gebietskrankenkasse angemeldet. Der Beitragsbetrug dürfte nach jetzigem Stand der Ermittlungen bereits vor fünf Jahren begonnen haben. In den ersten Jahren habe die Differenz zwischen dem tatsächlichen und dem gemeldeten Lohn etwa 4000 Euro pro Beschäftigten ausgemacht, im Jahr 2002 hätte sich der Betrag aber dann bereits schon auf rund 7000 Euro pro Angestellten gesteigert, erklärte der Präsident der oberösterreichischen Arbeiterkammer, Johann Kalliauer.

"Einsparungen"

Durch die gesetzeswidrigen "Einsparungen" bei den Dienstgeberanteilen an die Krankenkasse sei ein Großteil der vom Lohn der Angestellten abgezogenen Sozialversicherungsbeiträge in die eigene Tasche des Unternehmers gewandert, erläuterte Kalliauer.

Aufgeflogen ist der Kassenschwindel durch konkrete Hinweise in einer Betriebsversammlung. Daraufhin nahmen die Experten der Kammer den Mann genauer unter die Lupe und deckten den Betrug auf. An die 60 Dienstnehmer seien inzwischen rund 60.000 Euro Arbeitslosengeld nachbezahlt worden, so Kalliauer. Gegen den Unternehmer laufen derzeit die Ermittlungen wegen Betrugsverdacht. (mro/DER STANDARD, Printausgabe, 22.9.2004)

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