Völler nach Urteil gegen AS Roma: "Es hätte schlimmer kommen können"

11. Juli 2005, 15:10
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Spiel gegen Kiew wurde nach Münzwurf gegen Schiedsrichter Frisk mit 3:0 für Ukrainer gewer­tet - Zwei Spiele ohne Publikum für die Römer

Rom - "Die UEFA rettet Rom", kommentierte der "Corriere della Sera" am Mittwoch das Urteil, wonach der italienische Fußball-Klub AS Roma nach dem "Münzwurf-Skandal" um den schwedischen Schiedsrichter Anders Frisk im Champions League-Spiel gegen Dynamo Kiew nur seine nächsten beiden Europacup-Heimspiele (3. November gegen Bayer Leverkusen und 8. Dezember gegen Real Madrid) unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen muss. Den Ukrainern war zudem ein 3:0-Sieg zugesprochen worden. Die Partie vom 15. September im Römer Olympiastadion wurde zur Pause beim Stand von 1:0 für Kiew abgebrochen, da Frisk beim Gang Richtung Kabine von einer Münze schwer verletzt worden, die von einem Roma-Fan geworfen worden war.

Ausschlag gebend für die vergleichsweise milde Strafe war nach UEFA-Angaben das "vorbildliche Verhalten des Publikums nach dem Spielabbruch". Anders als bei den Ausschreitungen im römischen Derby gegen Lazio im Frühjahr waren diesmal nicht radikale Fangruppen, sondern ein einzelner Zuschauer schuld. "Es hätte schlimmer kommen können. Damit können wir leben", sagte auch Roma-Trainer Rudi Völler erleichtert.

Aktien kletterten

An der Mailänder Börse kletterten die Aktien des italienischen Vizemeisters nach dem Urteil am Dienstag kurz vor Handelsschluss um rund drei Prozent. Ein Gewinn, der den geschätzten Einnahmeverlust von rund vier Millionen Euro allerdings nicht aufwiegt.

Während die AS Roma das Urteil akzeptierte, legte die "Gazzetta dello Sport" ein Scheibchen nach. "Abgesehen von dem dummen Werfer ist Schiedsrichter Frisk am schlechtesten aus der Sache herausgekommen", schrieb die Sportzeitung, die dem Schweden, der eine tiefe Platzwunde am Kopf davontrug, "einen etwas theatralischen Auftritt" vorwarf und aus dem Opfer beinahe einen Täter machte. "Mit einem anderen Schiedsrichter hätte man weiterspielen können."

Mexes gesperrt

Der französische Roma-Verteidiger Philippe Mexes, dessen umstrittener Ausschluss kurz vor der Halbzeit die Gemüter der italienischen Zuschauer erhitzt hatte, wurde wegen "unsportlichen Verhaltens" von der UEFA für zwei Spiele gesperrt. Die Römer können gegen das Urteil bis Freitag Einspruch einlegen. (red/APA,ag.)

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    Schiedsrichter Frisk geht zu Boden, nachdem er von einer aus dem Römer VIP-Sektor geworfenen Münze am Kopf getroffen worden war.

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