Kombi-Behandlungen für Tuberkulose und HIV

27. September 2004, 14:02
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Mediziner empfehlen TB-Patienten HIV-Tests und anti-retrovirale Medikamente

Addis Abeba - Experten empfehlen kombinierte Tests und Behandlungen für Tuberkulose und HIV, was jedes Jahr das Leben von bis zu 500.000 HIV-positiven Afrikanern retten könnte. Dieser Vorschlag wurde im Rahmen einer Konferenz der WHO und UNAids in Addis Abeba erarbeitet.

Von geschätzten 25 Millionen Afrikanern, die mit HIV leben, erkranken bis zu vier Millionen an Tuberkulose. Die WHO und UNAids warnen, dass nationale Tuberkulose-Programme nur die Hälfte der HIV-Positiven mit aktiver TB behandeln. Ohne Behandlung sterben HIV-Infizierte normalerweise innerhalb weniger Monate an TB. Derzeit werden weniger als die Hälfte der HIV-infizierten Menschen mit aktiver TB behandelt. In einigen Regionen Afrikas sind 75 Prozent der TB-Patienten mit HIV infiziert. In Äthiopien, Kenia, Mosambik, Uganda und Simbabwe erhalten weniger als 40 Prozent der Menschen, die mit TB und HIV leben, eine geeignete Behandlung. In Nigeria bekommen weniger als zehn Prozent dieser Fälle eine geeignete TB-Behandlung. Und das trotz des Faktums, dass HIV-positive Menschen genauso gut auf die TB-Behandlung reagieren wie HIV-negative und dass die Kosten für Tuberkulose-Medikamente gerade einmal bei zehn Dollar pro Patient liegen.

Für eine kombinierte Gesundheitsvorsorge

Nur sehr wenige TB-Patienten bekommen derzeit einen HIV-Test angeboten, und nur eine Handvoll erhält anti-retrovirale (ARV) Medikamente, welche die WHO als Standardbehandlung für HIV-infizierte TB-Patienten bezeichnet.

UNAids und die WHO sagen, dass eine kombinierte TB- und HIV-Gesundheitsvorsorge einer der wichtigsten Schritte ist, den Zugang zu ARV-Medikamenten zu verbessern, und das Ziel zu erreichen, bis Ende 2005 für drei Millionen Menschen eine HIV-Behandlung bereitzustellen. Peter Piot, der Vorsitzende von UNAids, sagte: "Wenn wir TB und HIV gemeinsam in Angriff nehmen, können wir beide Krankheiten viel effektiver kontrollieren." Richard Feachem vom Global Fund to Fight Aids, TB and Malaria fügte hinzu: "Wir können nicht ernsthaft vom Kampf gegen Aids sprechen, solange wir TB ignorieren. In Afrika töten HIV und TB in Zusammenarbeit." (pte)

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