Gentechpollen fliegt weiter als befürchtet

27. September 2004, 13:49
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21 Kilometer Radius, in 14 km Wildbestäubung

Washington - Die jüngste Untersuchung der US-Umweltbehörde in Sachen grüne Gentechnik kommt Kritikern dieser Technologie gerade recht: Die Proceedings der US-Akademie der Wissenschaften (Pnas) berichten, dass sich der Pollen des gentechnisch veränderten Flechtstraußgrases bis zu 21 Kilometer in der Umgebung verteilt. Bestäubungen von Wildformen des Grases durch die gentechnisch manipulierte Form konnten noch in 14 Kilometern Entfernung nachgewiesen werden.

Flechtstraußgras wuchert überall in den USA und wird sehr gerne auf Golfplätzen gepflanzt. Die Firmen Monsanto und Scotts haben gentechnisch veränderte Varianten davon entwickelt, die gegen das Pflanzenvernichtungsmittel "Roundup" immun sind. Aufgrund der jüngsten Ergebnisse fürchten Kritiker, dass sich die Genmanipulation auf andere Pflanzen übertragen könnte, dass Unkräuter entstehen könnten, die gegen dieses weit verbreitete Herbizid immun sind. Die Experten betonen jedoch, dass sich die Ergebnisse beim Flechtstraußgras nicht auf andere Kulturpflanzen übertragen lassen. Der Pollen des Grases sei extrem leicht und könne dadurch besonders gut vom Winde verweht werden.

Wie weit Pollen von manipulierten Pflanzen verblasen werden, dadurch Fremdgene verbreitet werden, ist eine entscheidende Frage, hängt davon schließlich der einzuhaltende Abstand zwischen mit genetisch veränderten Pflanzen bestellten und anderen Feldern ab. Bisher ging man von 1000 Metern aus. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 22.9.2003)

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PNAS

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