Schlacht um Kongos Nationalparks

27. September 2004, 13:49
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Auch wenn im Kongo derzeit Frieden herrscht, sind die fünf UNESCO-World Heritage Site Nationalparks immer noch extrem gefährdet

Kinshasa/Paris - Obwohl zurzeit in der Demokratischen Republik Kongo Frieden herrscht, sind die fünf UNESCO-World Heritage Site Nationalparks immer noch extrem gefährdet. Bei der in Paris stattfindenden UNESCO-Konferenz sollten 40 Millionen Dollar zum Schutz der Weltkulturerbe veranschlagt werden. Für Umweltschützer sind die Naturparks allerdings immer noch Kriegsschauplätze.

Im Virunga Park etwa wurden Park-Ranger von hunderten Menschen attackiert, die Schutz auf dem Gelände suchten. Seit 1996 sind 105 der 700 Park-Ranger ums Leben gekommen, berichtet Deogratias Mbula, Virungas Park Direktor. Das Gelände des Nationalparks, der sich über 8.000 Kilometer an der Grenze zu Ruanda und Uganda erstreckt, wurde 1930 zur Schutzzone erhoben. Damals war der Park das einzige afrikanische Schutzgebiet, in dem Jagen verboten war. Seit 1994 sind allerdings die Touristen verschwunden. Seither wird das Gebiet von Militärs und Flüchtlingen besiedelt. Die politische Instabilität in Zentralafrika hat dafür gesorgt, dass der Park zeitweise über einer Millionen Ruandesen auf der Flucht als Lager diente.

Zahlreiche Tierarten dezimiert

In der Zwischenzeit sind zwar die großen Mengen an Flüchtlingen verschwunden, zurück geblieben sind aber noch Hutu-Rebellen, die für den Genozid in Ruanda verantwortlich gemacht werden. Für den Schutz des ehemals reichen Parks können die Wildhüter nicht viel machen. Experten schätzen, dass von den seinerzeit 70.000 Elefanten nur noch etwa 14.000 leben. Auch die Zahl der Flusspferde ist extrem gesunken, wie der Experte Jean-Pierre D'Huart angibt. Von den einst 20.000 Exemplaren sind nur noch ungefähr 1.300 am Leben.

Ebenfalls betroffen ist der Garamba Nationalpark nahe der sudanesischen Grenze. Auch dort wurden die meisten Elefanten getötet. Gefährdet sind neben den Elefanten auch die Berggorillas, die zu den großen Highlights des Nationalparks zählen. Derzeit stehen diese allerdings unter besonderem Schutz, da sich die Regierungen von Ruanda und Burundi für deren Erhalt einsetzen. Längerfristig kann, darüber sind sich die Experten einig, nur in Zusammenarbeit mit umliegenden Ländern effektiver Tierschutz betrieben werden. Dagegen sprechen die fast drei Millionen Opfer der Kriegshandlungen und die immer noch prekäre humanitäre Lage in Zentralafrika. (pte)

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    Flusspferde zählen zu den gefährdeten Arten in den afrikanischen Nationalparks.

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