Indien: Satellit gegen Analphabetismus

27. September 2004, 12:53
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EDUSAT bringt virtuelles Klassenzimmer in entlegene Dörfer - bis heute können über 35 Prozent der Bevölkerung nicht lesen

Neu-Dehli - Millionen Analphabeten sollen nun in Indien Zugang zu besseren Ausbildungsstätten haben. Dafür sorgt der neue EDUSAT, der Bildungssatellit, der jetzt von Satish Dhawan Space Centre in Sriharikota in die Erdumlaufbahn geschossen wurde. Der weltweit erste Unterrichtssatellit kostete 20 Millionen Dollar.

Mehr als 35 Prozent der indischen Bevölkerung können nach der vergangenen Volkszählung weder lesen noch schreiben. "Indien wird in den kommenden Jahren jährlich 10.000 neue Schulen brauchen. Herkömmliche Unterrichtsmittel werden diesen Anforderungen nicht entgegenkommen können", meint Madhavan Nair, Vorsitzender der Indian Space Organisation ISRO. Der zwei Tonnen schwere EDUSAT wurde mit einer in Indien hergestellten Trägerrakete, dem Geosynchronous Satelite Launch Vehicle, ins All geschossen. Das Konzept hinter dem Programm ist die Schaffung von virtuellen Klassenzimmern, die Kindern in entlegenen Dörfern höhere Schulbildung erlaubt. Profitieren sollen auch Studenten, die keinen Zugang zu technischen Instituten haben. Lehrer sollen Lernmodule via Satellit empfangen. Auch zur Erwachsenenbildung soll der Satellit seine Dienste leisten.

EDUSAT verfügt über sechs KU-Band Transponder und sechs erweiterte C-band Transponder. Einer der Transponder wird ausschließlich für spezielle Regionen des Landes zur Verfügung stehen während die anderen sozusagen das gesamte Land abdecken sollen. "Die Erziehungsprogramme können an jedem TV-Gerät, das über einen Receiver verfügt, empfangen werden. Der Receiver kostet nur etwa 65 Dollar", berichtet Nair. (pte)

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ISRO

  • EDUSAT beim Start vom Satish Dhawan Space Centre in Sriharikota.
    copywright: www.isro.org

    EDUSAT beim Start vom Satish Dhawan Space Centre in Sriharikota.

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