Kunstuni Graz befreit Studierende aus Ost- Südosteuropa von Studiengebühren

21. September 2004, 16:51
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Auch Studierende aus Entwicklungsländern müssen keine erhöhten Beiträge zahlen

Graz - An der Kunstuniversität Graz (KUG) bleiben Studierenden aus Ost- und Südosteuropa die Studiengebühren nach wie vor erspart - obwohl die Neuregelung der Einhebung solcher möglich macht. Die Universität mit starker Ost-Südosteuropa-Ausrichtung erlässt damit rund 14 Prozent der rund 1.300 ordentlich Studierenden die Gebühr, die mit der neuen Regelung lukriert werden könnte. Studierende aus Entwicklungsländern zahlen nicht den erhöhten Studienbeitrag, sondern den "normalen" in der Höhe von 363,36 Euro pro Semester, teilte die KUG am Dienstag mit.

Mit der Aufhebung der bisherigen Regelung über die Gegenseitigkeit der Befreiung von Studienbeträgen wird österreichweit für rund 7.500 Studenten aus der Türkei, Albanien, Weißrussland, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Serbien und Montenegro das Studienjahr teuer. Sie müssen erstmals an den österreichischen Universitäten Studiengebühren zahlen - und das sogar in doppelter Höhe. Je nach Ermessen der Universitäten kann der Betrag auch auf Antrag zurückerstattet, teilweise zurückerstattet oder erst gar nicht eingehoben werden.

"Bei Rückerstattungen hätten wir viele Unkosten und verdienen würden die Banken", hieß es am Dienstag aus der Studienabteilung der Universität. Man habe daher per Erlass beschlossen, auf die Studienbeiträge für Studierende aus Albanien, Armenien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Georgien, Kroatien, Mazedonien, Moldawien, Rumänien, Serbien, Montenegro, Türkei, Ukraine und Weißrussland gänzlich zu verzichten. Weiters zahlen Studierende aus Entwicklungsländern - das sind weitere rund 5,5 Prozent oder in etwa 65 bis 70 ordentlich Studierende - nicht den erhöhten Studienbeitrag von 726,72 Euro, sondern den für auch inländische Hörer geltenden "normalen" Studienbeitrag von 363,36 Euro.

Mit diesem "beträchtlichen Verzicht auf Studienbeitragseinnahmen" wolle man ein "deutliches Zeichen ihrer Internationalität" setzen, hieß es. Wohl wurde aber gewünscht, dass der Bund den Ausfall an Studienbeitrageeinnahmen aus Entwicklungshilfemittel abdecke. (APA)

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