Autofreier Tag erhitzt die Gemüter

21. September 2004, 18:58
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Sperre der Wiener Ringstraße zwischen 10.00 und 14.00 Uhr im Kreuzfeuer der Kritik

Wien - Der autofreie Tag am Mittwoch, an dem 197 österreichische Gemeinden teilnehmen, scheidet die Geister. Vor allem die vierstündige Sperre der Wiener Ringstraße zwischen 10.00 und 14.00 Uhr steht in der Kritik. Es sei provokant, an einem Werktag die wichtigsten Verkehrsadern Wien mutwillig lahm zu legen, meinte der Verkehrssprecher der Wiener FPÖ, Herbert Madejski. Die Sperre hatte in der Vorwoche auch schon der ÖAMTC kritisiert und angeregt, autofreie Tage generell an Wochenenden abzuhalten.

Diese Aktion werde, so Madejski, auch keine Sympathien für einen Umstieg vom Pkw auf die öffentlichen Verkehrsmittel wecken: "Morgen wird sich ganz im Gegenteil rächen, dass im roten Wien viel zu wenig in Straße und Schiene investiert wurde. Es muss daher aufhören, dass den 'bösen' Autofahrern der Schwarze Peter zugeschoben wird."

Ausweichstrecken

Die Verkehrsexperten beim Hitradio Ö3 warnten am Dienstag wegen der Sperre des Rings von der Urania bis zum Parlament vor Staus rund um die Wiener Innenstadt. Auch die Ausweichstrecken wie die so genannte 2er-Linie werden in dieser Zeit am Mittwoch überlastet sein. Auch auf anderen Hauptverbindungen wird es laut einer Ö3-Einschätzung im Laufe des Nachmittags immer wieder zu Behinderungen kommen: Vom Schloss Schönbrunn skaten ab 13.00 Uhr zahlreiche Inline-Skater quer durch die Stadt zur Votivkirche. Der Verkehr wird daher bis 16.00 Uhr auf folgenden Strecken immer wieder angehalten: Auf der Schönbrunner Schlossstraße, am Margareten- und am Gumpendorfer Gürtel, auf der Linken sowie der Rechten Wienzeile, am Karlsplatz, auf der Unteren- und Oberen Donaustraße sowie auf der Türkenstraße.

Demonstrationszug

Ein weiterer Demonstrationszug wird zu Fuß gegen 13:30 Uhr von der Wagramer Straße in Richtung Votivkirche aufbrechen. Betroffen sind die Reichsbrücke, die Lassalleestraße, der Praterstern, die Praterstraße und die Rossauer Brücke.

Auf der gesperrten Ringstraße präsentieren sich am autofreien Tag, der europaweit unter dem Motto "Kindersicherheit" ("Children and safe streets") steht, alle Partner der Aktion: vom Lebensministerium über die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) bis zur Postbus AG und dem Klimabündnis Österreich. Kulinarisches aus den Bundesländern tischt die Agrarmarkt Austria (AMA) auf. Umweltminister Josef Pröll (V) zeichnet um 12.30 Uhr gemeinsam mit Triathlon-Olympiasiegerin Kate Allen um 12:30 Uhr beim Heldentor Kinder und Jugendliche aus, die an der Aktion des Klimabündnis ("Auf Kinderfüßen bis zum Mond") teilgenommen haben. (APA)

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