15 Institutionen zeigen Interesse an RAI-Privatisierung

28. September 2004, 14:18
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Gasparri: "Je früher der Prozess in die Wege geleitet wird, desto besser ist es"

Die Pläne der Regierung von Silvio Berlusconi zur Privatisierung von Italiens öffentlich-rechtlicher TV-Anstalt RAI im kommenden Jahr haben reges Interesse ausgelöst. "15 finanzielle Institutionen haben Interesse gezeigt", teilte der italienische Telekommunikationsminister Maurizio Gasparri nach Angaben italienischer Medien vom Dienstag mit. Gasparri sprach sich für Notierung eines RAI-Anteils von 20 bzw. 25 Prozent an der Mailänder Börse im kommenden Jahr aus.

Der Minister zeigte sich für einen raschen Beginn der Privatisierung. "Je früher der Prozess in die Wege geleitet wird, desto besser ist es", meinte er. In den vergangenen Tagen hatte er der Fusion zwischen den Hauptgesellschaften der TV-Anstalt, RAI Holding und RAI Spa, grünes Licht gegeben, was der erste Schritt in Richtung Privatisierung sei.

Heftige Kritik

Die Pläne zur RAI-Privatisierung werden von der oppositionellen Mitte-Links-Allianz in Rom heftig kritisiert. "Die Regierung privatisiert das Staatsfernsehen ohne die Zustimmung der Gewerkschaften", kritisierte der Abgeordnete der oppositionellen Linksdemokaten (DS, stärkste Oppositionspartei), Giuseppe Giulietti. Er beschuldigte die Regierung in Rom, die RAI zu zerstückeln, um die Konkurrenz, die Mailänder Mediengesellschaft Mediaset unter Kontrolle der Familie des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, zu begünstigen. Im italienischen Fernsehbereich besteht zur Zeit ein Duopol aus der RAI und der Mediaset.

Um die Staatskassen aufzufüllen und um den Kampf gegen das Defizit - trotz des schwachen Wirtschaftswachstums - fortzusetzen, will die Regierung neben der RAI-Privatisierung bis Ende Oktober eine dritte Tranche am Stromriesen Enel verkaufen. Der Stromkonzern könnte sich von einem Aktienpaket von bis zu 20 Prozent trennen, hieß es in Regierungskreisen. Die Beteiligung soll an Anleger und institutionelle Investoren verkauft werden. (APA)

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