Steiermark: Sohn wollte Mutter mit Hammer töten

22. September 2004, 11:41
posten

Motiv laut Gendarmerie Verzweiflung wegen Armut - Mutmaßlicher Täter flüchtig

Graz - Ein 30 Jahre alter Steirer steht unter Verdacht, einen Mordversuch an seiner 64 Jahre alten Mutter begangen zu haben. Markus P. aus Pernegg (Bezirk Bruck) rief beim Roten Kreuz an und teilte mit, dass er seine 64-jährige Mutter Uta mit einem Hammer niedergeschlagen habe. Die Frau wurde im Keller mit stumpfen Verletzungen am Hinterkopf sowie Schnittverletzung am Hals am Boden liegen vorgefunden. Der mutmaßliche Täter flüchtete erst mit einem Fahrrad, dann offenbar mit dem Zug nach Graz. Das Fahrrad konnte an einem Bahnhof abgestellt vorgefunden werden.

Verzweiflung

Die Bluttat trug sich gegen 16.00 Uhr am Montag zu. Ein Haftbefehl wurde ausgestellt, die Fahndung läuft im ganzen Bundesgebiet. Als Motiv wird von den Beamten "Verzweiflung" angenommen: Der Mann hatte keine Arbeit. Mutter und Sohn wohnten unter einem Dach und hatten offenbar kein Geld - laut Gendarmerie konnten sie sich schon seit eineinhalb Jahren keinen Strom leisten.

Markus P. hatte knapp vor der Tat laut den Ermittlern einen Scheintelefonanruf getätigt - er tat vor seiner Mutter, als ob gleich jemand Geld vorbeibringen würde. Als die Mutter dann in den Keller ging, schlug er ihr einmal mit einem Hammer auf den Kopf sowie mehrmals auf den Rücken und versuchte, ihr die Kehle durchzuschneiden.

Flüchtig

Die Kopfverletzungen sind nicht lebensbedrohlich, beim Schnitt am Hals erlitt die Frau nur Haut- und Muskelverletzungen, es wurde keine Blutbahn durchtrennt. Uta P. befindet sich im LKH Bruck/Mur, es geht ihr "den Umständen entsprechend", so ein Beamter. Ihr Sohn ist noch flüchtig. Die Gendarmerie vermutet, dass er sich nach Graz abgesetzt haben könnte, da er dort bis 2002 gewohnt hat. (APA)

Share if you care.