Athen, Ankara und Nikosia sagen Manöver ab

22. September 2004, 11:13
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Als Zeichen der Entspannung

Athen/Nikosia - Im Zuge ihrer Entspannungspolitik haben Griechenland, die Türkei und Zypern erstmals seit Jahrzehnten beschlossen, drei große Militärmanöver abzusagen. Die Übungen hatten in den vergangenen Jahren im Oktober in der Ägäis und auf Zypern stattgefunden und immer wieder zu Spannungen im östlichen Mittelmeer geführt.

"Wir sind auf gutem Wege"

Der griechische Außenminister Petros Molyviatis lobte die verbesserten Beziehungen zwischen Ankara und Athen. "Wir sind auf gutem Wege. Das zeigt die Absage der Manöver im Einvernehmen mit der zypriotschen Regierung", sagte er am Dienstagmorgen dem griechischen Fernsehen in New York. Dort war er am Rande der UNO-Vollversammlung mit seinem türkischen Amtskollegen Abdullah Gül zusammen getroffen. Die Absage der Manöver bestätigte auch die zypriotische Regierung in Nikosia.

Bei den abgesagten Manövern handelt es sich um das griechische "Toxotis", bei dem die Griechen die Abwehr einer türkischen Invasion in der Ägäis simulierten. Das türkische Manöver unter dem Namen "Taurus" simulierte das Gegenteil. Im Anschluss an diese beiden Übungen wurde jährlich auf dem griechischen Teil Zyperns ein Manöver unter dem Code-Namen "Nikiforos" durchgeführt. Bei diesem wurde angenommen, dass eine türkische Invasion auf Zypern stattfindet.

Wie die griechische Presse am Dienstag weiter berichtete, wollen Athen und Ankara nunmehr auch im Rahmen der UNO kooperieren. Griechenland kandidiert für einen Sitz als nicht ständiges Mitglied des Sicherheitsrates 2005. Ankara werde dies unterstützen, hieß es. Im Gegenzug wolle Athen eine türkische Kandidatur für das Jahr 2006 befürworten, berichtete die griechische Presse weiter. (APA/dpa)

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