Khatami: Betreiben Atomprogramm auch ohne Aufsicht weiter

21. September 2004, 13:53
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Aber Irans Präsident bestreitet neuerlich Waffenprogramm

Teheran - Der Iran wird sein umstrittenes Atomprogramm nicht aufgeben, auch wenn er dafür die Zusammenarbeit mit internationalen Aufsichtsbehörden beenden muss. "Wir haben unsere Entscheidung getroffen, und jetzt sind die anderen dran", sagte der iranische Präsident Mohammed Khatami am Dienstag in Teheran. Die Weltgemeinschaft müsse "das natürliche und gesetzliche Recht" des Iran auf friedliche Atomforschung anerkennen. "Andernfalls werden wir diesen Weg weiter beschreiten, auch wenn das dazu führt, dass die internationale Aufsicht beendet wird."

Der Iran arbeite allerdings nicht an Atomwaffen, betonte Khatami. "Ob wir unter Verdacht stehen oder nicht, wir werden keinesfalls versuchen, Atomwaffen zu erwerben, weil das gegen unsere Religion und Kultur verstößt. Wir lehnen Atomwaffen ab."

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte den Iran am Wochenende aufgefordert, die Anreicherung von Uran zu stoppen und bis 25. November alle Informationen über sein Atomprogramm offen zu legen. Sollte der Iran die Frist missachten, wird ihm in der Entschließung mit einer Anrufung des UN-Sicherheitsrates gedroht. Der Iran lehnte es am Sonntag ab, die Anreicherung von Uran unter Zwang auszusetzen und drohte mit einem Ende der IAEA-Inspektionen. (APA)

  • Auch ohne die IAEO wäre der Iran bereit, sein Atomprogramm fortzuführen, so Präsident Mohammed Khatami.
    foto: epa/abedin taherkenareh

    Auch ohne die IAEO wäre der Iran bereit, sein Atomprogramm fortzuführen, so Präsident Mohammed Khatami.

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