Singapur erlebt Melioidosis-Welle

24. September 2004, 19:40
posten

Tropenkrankheit führte in fast der Hälfte der Fälle zum Tod

Singapur - Die Behörden in Singapur haben ihre Besorgnis über den Anstieg der Zahl an Todesopfern der tropischen Krankheit Melioidosis ausgedrückt, berichtet die BBC. 23 der 57 Patienten, bei denen die Krankheit diagnostiziert wurde, starben zwischen Januar und Juli 2004.

Das bedeutet eine Sterblichkeitsrate von 47 Prozent. Diese ist damit drei Mal so hoch wie die der tödlichen Atemwegsinfektion Sars. Die hohe Zahl an Todesopfern regte die Behörden sogar zu Untersuchungen hinsichtlich einer Terrorattacke mit Biowaffen an. Eine solche konnte jedoch eindeutig ausgeschlossen werden. Von der US-Regierung wurde Melioidosis als potenzielle bakteriologische Waffe eingestuft.

Die Krankheit

Die Krankheit ist in Südostasien und Nordaustralien verbreitet. Sie wird durch ein Bakterium verursacht, das in den Körper kommt, wenn verschmutzter Staub eingeatmet wird oder wenn verletzte Haut in Kontakt mit kontaminiertem Erdreich kommt. Die Infektion kann sich von der Haut übers Blut zu Herz, Gehirn, Leber, Nieren, Gelenken und Augen ausbreiten. Es gibt keinen Impfstoff für Melioidosis. Wenn die Krankheit früh genug erkannt wird, kann sie mit Antibiotika behandelt werden.

In Singapur erkranken im durchschnitt 67 Menschen pro Jahr, zwölf sterben daran. Die Behörden können sich den diesjährigen Anstieg an Fällen nicht erklären. (pte)

Share if you care.