Salzburg: Kasernenareal wird Wohngebiet

22. September 2004, 11:41
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Bund soll Kosten für Bürgerbeteiligung übernehmen

Salzburg – Knapp 70.000 Quadratmeter – so viel verfügbare Fläche hat in einer Stadt Seltenheitswert. In Salzburg könnte es bald so weit sein: Geht es nach den Wünschen der Stadtplanung und den Vorstellungen des Bundes, sollen auf dem Gelände der ehemaligen Struberkaserne im Stadtteil Taxham bald Wohnungen errichtet werden und sich kleinere Gewerbebetriebe ansiedeln.

Die Heeresverwaltung des Bundes will das Gelände der leer stehenden Kaserne rasch verkaufen. Dazu ist jedoch eine Umwidmung notwendig. Laut Amtsvorschlag der Salzburger Stadtplaner sollen 36.000 Quadratmeter für den Wohnbau, 17.000 als Gewerbegebiet und 14.000 Quadratmeter als Grünland ausgewiesen werden. 2700 Quadratmeter sollen für die Erweiterung des bestehenden einspurigen Versorgungsgleises zur Stiegl- Brauerei ausgespart bleiben.

Einigung

Über diese Nutzungsaufteilung dürften sich die vier Gemeinderatsfraktionen grundsätzlich einig sein. Einem Grundsatzbeschluss sollte nichts im Wege stehen. Auch die Erstellung eines Verkehrskonzeptes für den durch Autobahn, Fußballstadion und Einkaufszentrum ohnehin stark belasteten Stadtteil sowie die Einbeziehung der Bürger ist grundsätzlich unbestritten.

Offen ist derzeit allerdings noch, wer die Kosten von rund 50.000 Euro für das Verkehrskonzept und einen moderierten Bürgerbeteiligungsprozess übernimmt. Der Vorsitzende des städtischen Planungsaus 3. Spalte schusses Michael Wanner (SP) hofft auf den Bund: Dieser würde durch die Umwidmung ja profitieren und "einen erhöhten Verkaufserlös erzielen". Zusagen irgendeiner Art gebe es freilich "so weit nicht", muss Wanner im Standard- Gespräch einräumen. Sein Vorschlag: Man könne ja den Bund zur Kostenübernahme zwingen: Ohne vom Bund finanzierten Bürgerbeteiligungsprozess "gibt es eben keine Bebauungspläne", formuliert er sein Junktim.

Bis es soweit ist, wird in der Kaserne derzeit erst einmal Theater gespielt: Die Regisseurin Ursula Reisenberger hat mit drei Schauspielern das Stück "Far Away" der englischen Autorin Caryl Churchill für die Hallen der Struberkaserne aufbereitet. (neu, Der Standard, Printausgabe, 21.09.2004)

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