Banken gegen FMA-Mindeststandards

20. September 2004, 17:37
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WKÖ: "Klassisches Beispiel für Überregulierung und überzogenen bürokratischen Zusatzaufwand"

Wien - Die Banken lehnen den Entwurf der Finanzmarktaufsicht (FMA) für Mindeststandards im Kreditgeschäft ab. Für den Geschäftsführer der Bundeskreditsparte in der Wirtschaftskammer, Herbert Pichler, sind die Mindeststandards ein "klassisches Beispiel für Überregulierung und überzogenen bürokratischen Zusatzaufwand", der die bevorstehenden Umsetzungsprobleme von Basel II verschärfen würde. Der Entwurf greife tief in die Aufbau- und Ablauforganisation von Banken ein, kritisierte Pichler am Montag in einer Presseaussendung.

85 größte Banken von Mindeststandards betroffen

Die geplanten Mindeststandards betreffen Kreditinstitute, deren Gesamteigenmittelsoll gleich oder über 30 Mio. Euro liegt, sowie jene Institute, die den internen Rating-Ansatz nach Basel II anwenden werden. Betroffen sind in etwa die 85 größten Kreditinstitute Österreichs, kleine und mittlere Banken sollen von den Mindeststandards zur Gänze ausgenommen werden.

Hintergrund für die Mindeststandards sind in erster Linie internationale Entwicklungen, vor allem die Baseler Prinzipien für das Kreditrisikomanagement (2000) und der Baseler Rahmen für Interne Kontrollsysteme (1998). Auch mit Basel II gehen qualitative Anforderungen an das Risikomanagement von Kreditinstituten einher. Die Mindeststandards dienen der rechtzeitigen Vorbereitung auf diese Neuerungen. Mit denen soll das Risikobewusstsein der Kreditinstitute gestärkt werden. (APA)

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