Waffenlager in Österreich: Vom Sturmgewehr bis zum Schwert

29. September 2004, 22:43
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USA gaben an, im Zweiten Weltkrieg 80 Verstecke angelegt zu haben

Wien - Vom Sturmgewehr bis zum mittelalterlichen Schwert, von Panzerbrandgranaten bis zur Maschinenpistole MP 38 der deutschen Wehrmacht - schon öfter wurden in Österreich umfangreiche Waffenlager entdeckt und ausgehoben. Eine Chronologie der wichtigsten Ereignisse seit 1987:

19. Februar 1987: Die Eisenstädter Polizei entdeckt eine "Waffensammlung" mit 53 Gewehren, 57 Faustfeuerwaffen, einer Maschinenpistole und drei Maschinengewehren sowie 3.000 Schuss Munition. Ein Zugführer aus der Martinkaserne in Eisenstadt wird auf richterlichen Befehl verhaftet, drei weitere Personen - zwei Heeresbedienstete und ein Gendarmeriebeamter - werden in polizeilichen Gewahrsam genommen.

12. März 1987: Die Gendarmerie hebt ein Waffenlager in einem Haus in Enns (Bez. Linz-Land) aus. Insgesamt 25 Schusswaffen, darunter auch eine Maschinenpistole, werden beschlagnahmt. Bei einer Hausdurchsuchung werden 18 Gewehre, darunter neben modernen Jagdwaffen auch Militärkarabiner aus dem Zweiten Weltkrieg, fünf Pistolen, ein Revolver und eine Maschinenpistole MP 38 der deutschen Wehrmacht sowie 1.900 Schuß Munition sichergestellt. Der Eigentümer besitzt für die Waffen keine Besitzberechtigung.

Mai 1993: In der 70 Quadratmeter-Wohnung des Postbeamten Christian B. (29) in Wien-Simmering findet sich bei einer Hausdurchsuchung eine Sammlung, die einem heeresgeschichtlichen Museum zur Ehre gereicht hätte. Sturmgewehre, Revolver, moderne Maschinenpistolen und -gewehre reihten sich an Buschmesser, Krummsäbel und mittelalterliche Schwerter mit so klingenden Namen wie "Excalibur" oder "Richard I." Das "Arsenal" umfasste 74 Einzelstücke, an der Wand hatte der Waffennarr ein Hitler-Bild affichiert.

10. Februar 1995: Die Wiener Staatspolizei stellt in Wilfleinsdorf (Bezirk Bruck an der Leitha) sowie in der Bundeshauptstadt ein umfangreiches Arsenal an Waffen sowie Munition sicher und nimmt vier Personen fest. Waffen und Munition waren offenbar für Jugoslawien bestimmt. Bei den Festgenommenen handelt es sich drei gebürtige Serben und einen Wiener ÖBB-Beamten. Insgesamt werden 32 Faustfeuerwaffen, 53 Gewehre oder Schrotflinten, vier Büchsen und drei Panzerbrandgranaten sowie rund 15.000 Schuss Muntion aller Art, darunter panzerbrechende, gefunden.

7. August 1995: Die Gendarmerie in der oststeirischen Gemeinde Trautmannsdorf (Bezirk Feldbach) hebt ein Waffenlager aus. Ein 49jähriger arbeitsloser Schlosser, der vor längerer Zeit von der Bezirkshauptmannschaft wegen eines Gewaltdeliktes mit einem Waffenverbot belegt worden war, hatte in seinem Haus ein ganzes Arsenal angelegt, darunter auch ein Maschinengewehr, mehrere Maschinenpistolen, zahlreiche Faustfeuer- und Langwaffen, Munition, Sprengkapseln.

Jänner 1996: US-Botschafterin Swanee Hunt informiert Bundeskanzler Franz Vranitzky darüber, dass in den USA Unterlagen aufgetaucht seien, wonach die US-Besatzungsmacht rund 80 Waffenverstecke in der amerikanischen Zone Österreichs, vor allem in Salzburg, angelegt habe. Die österreichische Regierung sei bisher von der Existenz dieser Verstecke nicht in Kenntnis gesetzt worden. Die USA arbeiteten nach Auskunft der Botschafterin an einer Liste mit den genauen Örtlichkeiten der Verstecke, die Gewehre, Pistolen und Sprengstoff, jedoch keine ABC-Waffen enthielten.

21. April 1999: Einen schwerbewaffneten Bosnier hält die Zollwache in Spielfeld auf: Der Mann wollte eigenen Angaben zufolge insgesamt sieben im Motorraum seines Kfz versteckte Pistolen und 113 Stück Munition in Deutschland an einen Albaner weiterverkaufen.

25. September 2001: Im Haus eines 44-jährigen Angestellten aus St. Martin in der Wart (Bezirk Oberwart), der sich während seiner Festnahme wegen illegalen Waffenbesitzes selbst erschossen hatte, wird ein Arsenal entdeckt. Es umfasst Handgranaten, Langwaffen, Fausfeuerwaffen, Schalldämpfer und auch 300 Kilogramm Munition.

18. Mai 2002: Die Polizei hebt in Wien-Donaustadt ein umfangreiches Waffen- und Chemielager aus, das der 46-jährige Friedrich P. im Haus seiner Eltern deponiert hatte. Gefunden werden eine Maschinenpistole, 14 Faustfeuerwaffen, eine Pumpgun, zwei Langwaffen, ein Springmesser und mehrere Pfeffersprays sowie 50 Liter Insektizide und Pestizide, je 2,5 Liter Buttersäure und Propionsäure.

10. August 2002: In Wien, Niederösterreich und der Steiermark werden bei einer Aktion gegen die rechtsextreme Szene u.a ein Kilogramm Sprengstoff, 50 Waffen sowie Maschinen- und Halbautomatik-Gewehre sichergestellt. Es handelt sich teilweise um Kriegsmaterial.(APA)

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