Hilfsorganisationen: Startprobleme sind überwindbar

26. September 2004, 19:20
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Vorbereitung der Grundversorgungs-Vereinbarung zu wenig sorgfältig - Offener Brief an Landeshauptleute

Wien - Die heimischen Hilfsorganisationen sind zuversichtlich, dass die Grundversorgungs-Vereinbarung zum Thema Asyl so wie geplant umgesetzt werden kann. "Die derzeitigen Probleme in der Schaffung von Quartierkapazitäten und in einer gerechten Verteilung der zu betreuenden Personen auf die Bundesländer sehen wir als Anlaufschwierigkeiten", hieß es am Montag in einem Offenen Brief, der gemeinsam von Volkshilfe, Rotes Kreuz, Integrationshaus, Diakonie und Caritas anlässlich der heutigen LH-Konferenz verfasst worden ist.

Das vereinbarte System sei "insgesamt gut und tragfähig", hieß es. Möglicherweise hätten jedoch durch eine "sorgfältigere Vorbereitung und Koordination der Umsetzung" Probleme verhindert werden können.

Aus Sicht der Hilfsorganisationen sollten diese Anlaufschwierigkeiten aber überwindbar sein. Dies umso mehr, als ein "wesentliches Kernelement" dieser Anlaufschwierigkeiten der Abbau des "Rucksackes" an obdachlosen und unversorgten Asylwerbern ist, die in den Monaten vor dem In-Kraft-Treten der Grundversorgung in die Obdachlosigkeit gedrängt wurden, und die nunmehr während des Verfahrens gemäß den rechtlichen Rahmenbedingungen in die Grundversorgung zu übernehmen sind, heißt es in dem Brief.

"Wir hoffen, dass von der außerordentlichen Landeshauptleute-Konferenz ein Impuls ausgeht, der hilft gemeinsam die Startphase der Grundversorgung gut zu bewältigen und eine stabile und ausreichende Versorgung bereits vor den Wintermonaten sicher zu stellen", betonen die Hilfsorganisationen.

Begleitend erscheinen den Verfassern zudem folgende Punkte wesentlich: Zum einen die "qualitätsvolle Beschleunigung" der Asylverfahren, die nur mittels einer Erhöhung der Personalkapazitäten und einer besseren Aus- und Fortbildung erzielbar sei. Zum anderen müsse es verstärkte Integrationsmaßnahmen wie Wohnungsprojekte für anerkannte Flüchtlinge geben, da dadurch wiederum Kapazitäten in der Grundversorgung frei werden. (APA)

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