Haider will Konflikt mit Strasser austragen

29. September 2004, 12:57
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Kärntner Landeshauptmann vom Bruch rechtsstaatlicher Prinzipien durch Beamte des Innenministeriums überzeugt

Wien - Der Konflikt mit Innenminister Ernst Strasser (V) werde ausgetragen. Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) zeigte sich am Montag bei einer Pressekonferenz überzeugt davon, dass im Brandfall Tiroler Loden rechtsstaatliche Prinzipien von den Beamten Strassers gebrochen worden seien. Der Innenminister solle lieber vor seiner eigenen Tür kehren, anstatt zu klagen, meinte der Freiheitliche, der aber zugab, dass es ihm auch egal sei, ob er von Strasser geklagt werde oder nicht.

"Metternichsche Methoden"

Haider hatte sich vor einer Woche bei einer Pressekonferenz für Loden-Chef Andreas Gebauer in die Bresche geworfen und Strasser vorgeworfen, er dulde Metternichsche Methoden und ein illegales Vorgehen seiner Kriminalbeamten. Gebauer sei behördlicher Willkür ausgeliefert. In Österreich gebe es, so Haider, ein Kartell von wichtigen Menschen, die ihre Freundschaft zum Innenminister nutzten.

In der Causa Tiroler Loden hatte ein Zeuge Gebauer zunächst beschuldigt, dass er von diesem angestiftet worden sei, jenen Brand zu legen, der am 3. Juni 2001 die Produktionshallen von Tiroler Loden in Innsbruck vernichtet hatte. Inzwischen nahm der Zeuge Günther M. diese Aussage zurück. M., gegen den wegen Brandstiftung ermittelt wird, beschuldigt nun Fahnder des Bundeskriminalamtes, ihn mit Versprechungen zu seiner Aussage genötigt zu haben.

"Verschwörung"

Gebauer sieht sich als Opfer einer Versicherung, die sich wegen des Verdachtes gegen ihn weigere, den Brandschaden zu ersetzen. Der Unternehmer, in dessen Firmen es bereits mehrfach brannte, ortete wiederholt eine Verschwörung: Das Bundeskriminalamt habe sich auf Intervention der Versicherung in die Ermittlungen gegen ihn eingeschaltet.

Gegen den Loden-Boss laufen bei Gericht in Innsbruck Verfahren wegen Verdachtes auf Anstiftung zur Brandlegung, Scheck- und Wechselbetrug. Zudem wird er des Versicherungsbetruges bezichtigt. In Deutschland wird laut "Die Presse" gegen Gebauer wegen Verdachtes auf Förder- und Insolvenzbetrug vorgegangen. Verbindlichkeiten der Tiroler Lodengruppe bei der Raiffeisenbezirksbank St. Veit hatten eine Hilfsaktion des Raiffeisen-Solidaritätsfonds zur Rettung der Kärntner Bank ausgelöst. Der Chef der RBB St.Veit musste den Hut nehmen. Gebauer wies bis zuletzt sämtliche Vorwürfe zurück. (APA)

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