Ex T-Mobile Vorstand Radinger verlässt Vorstand der ET Multimedia

21. September 2004, 13:12
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Rücktritt am Freitag - "Leider ein kurzes Gastspiel" - Projekte lange "in der Pipeline" - "Miss"-Relaunch gelungen

Friedrich Radinger (50), seit März des Jahres Vorstandsvorsitzender der ET Multimedia AG ("WirtschaftsBlatt", "Wienerin"), verlässt das Unternehmen. Bei der Sitzung des Aufsichtsrats vergangenen Freitag habe er diesen gebeten, ihn "von seiner Funktion zu entbinden", hieß es am Montag in einer Aussendung. "Für den vom Vorstand entwickelten Expansionsplan war im Aufsichtsrat der ETM AG keine Mehrheit zu finden, insbesondere auch wegen der ambitionierten zeitlichen Taktung", wurde als eine Begründung genannt. Radinger selbst meinte: "Es war leider ein kurzes Gastspiel."

Radinger sei "mit dem Ziel einer raschen Expansion und Internationalisierung angetreten". Seine Vorhaben seien dem Aufsichtsrat aber zu schnell gegangen, sagte er zur APA. "Konkrete Projekte stecken in der Pipeline, aber da kann man sie ja nicht ewig stecken lassen. Aber natürlich hat jeder Eigentümer das Recht, hier seine Meinung zu äußern." Radinger hatte in der Vergangenheit mit Überlegungen für neue wöchentliche Titel aufhorchen lassen, da die ETM-Gruppe dieses Segment derzeit nicht abdecke. "Einige ganz schicke Ideen" habe es da gegeben, sagt er.

"Auf Grund der notwendigen Brisanz vorgezogen" wurde der Relaunch des "Wienerin"-Spin-offs "Miss". Die Zeitschrift für junge Leserinnen erscheint seit diesem Monat im Pocketformat setzt damit auf den internationalen Trend zu handlicheren Größen im Magazin-Sektor. Laut Radinger mit durchschlagendem Erfolg: "Es scheint, dass wir einen Wurf gelandet haben."

"Die Gruppe hat ein tolles Potenzial an qualifizierten Mitarbeitern, die die notwendige Basis für verlegerisches Wachstum darstellen würde", betonte er in der Aussendung. Seinem Wunsch nach Rückzug habe der Aufsichtsrat "mit ausdrücklichem Bedauern und dem Dank für die geleistete Arbeit" entsprochen, hieß es.

Radingers Wechsel zur ETM war Anfang des Jahres gemeinsam mit dem Einstieg der Styria Medien AG ("Kleine Zeitung", "Presse") bei dem Unternehmen bekannt geworden. Ursprünglich war auch von einer Übernahme von Anteilen durch Radinger die Rede gewesen. Eine entsprechende Beteiligungsoption an der ET Multimedia, über deren Wert er keine Angaben machte, "habe ich nicht gezogen", sagte er aber am Montag.

Den genauen Zeitpunkt seines Ausscheidens aus dem Unternehmen müsse man noch im Detail verhandeln, "in nächster Zeit" sei aber wahrscheinlich. Seine zukünftigen Unternehmungen würden seinen "Skills" entsprechend ausfallen: "Und meine Skills liegen im Bereich der Printmedien und des Verlagsgeschäfts einerseits und in der Telekommunikation andererseits - schauen wir mal."

Der studierte Sozial- und Wirtschaftswissenschafter startete 1981 als Vertriebsleitungs-Assistent bei der "Kronen Zeitung", 1984 übernahm er die kommerzielle Verlagsleitung und Geschäftsführung von Kurt Falks "Ganzer Woche". Ab 1988 war der gebürtige Niederösterreicher Verlagsleiter und Alleingeschäftsführer bei "tele - Das Fernsehmagazin". 1998 wechselte er in die Telekombranche und wurde Geschäftsführer bei T-Mobile Austria (damals noch max.mobil). Diese Funktion legte er - auf eigenen Wunsch - Mitte Oktober 2002 zurück. In seiner Tätigkeit als Geschäftsführer war Radinger für Marketing und Vertrieb zuständig. Radinger war in seiner Tätigkeit als T-Mobile Austria-Vorstand u.a. für den Markenaufbau von max.mobil und die internationale Markenumstellung auf T-Mobile verantwortlich. (APA)

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