Freiheitliche Gremien beraten erst am Dienstag die Ergebnisse

20. September 2004, 20:04
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FPÖ nimmt sich noch Auszeit - ÖVP und SPÖ tagen bereits am Montag Abend

Bregenz - Nach der Vorarlberger Landtags-Wahl sind nun die Gremien am Zug. Während bei den Gewinnern ÖVP, SPÖ und Grünen nur die Linie für die anstehenden Kooperations-Verhandlungen abgesteckt werden muss, ist bei den Freiheitlichen nach ihren Rekord-Verlusten Feuer am Dach. Ob es personelle Konsequenzen gibt, war auch Montag Vormittag noch nicht absehbar. Landesstatthalter und Landesparteichef Dieter Egger wollte im Gespräch mit der APA nichts ausschließen. Der FPÖ-Vorstand tagt am Dienstag.

ÖVP-Wahlnachlese am Montag Abend

Flotter geht die ÖVP ihre Wahlnachlese an. Bereits heute Abend tagen Präsidium und Vorstand, wobei wohl in erster Linie der Wahltriumphator Herbert Sausgruber gefeiert wird. Erholung gab es für den bestätigten Landeshauptmann auch untertags nicht. Sausgruber musste schon früh morgens nach Wien eilen, um der LH-Konferenz zu Asyl-Fragen beizuwohnen.

Was die Zukunft angeht, will es die ÖVP trotz der gut abgesicherten absoluten Mehrheit vermeiden, eine Alleinregierung zu bilden. Der Tradition des Landes entsprechend wird freiwillig nach einem Kooperationspartner gesucht. Als erstes spricht Sausgruber mit SPÖ-Chefin Elke Sader am Mittwoch, danach sollen die Vorsitzenden von FPÖ und Grünen folgen. Schon Anfang kommender Woche könnte man mehr wissen, hieß es aus der ÖVP. Zu allzu großen Kompromissen sei man jedenfalls nicht bereit. Notfalls könnte man ja auch allein regieren, warnte Klubobmann Markus Wallner schon Sonntag Abend die drei anderen Parteien.

Vorstandssitzung der SPÖ am Abend

Dass man es als Koalitionspartner billig geben muss, ist SPÖ, FPÖ und Grünen angesichts der ÖVP-Übermacht klar. Als erstes hat die SPÖ Montag Abend in einer Vorstandssitzung die Möglichkeit, ihre Schmerzgrenze abzustecken. Landeschefin Sader, durch das Erringen von Platz zwei eine der Siegerinnen der Wahl, vermied es schon im Vorhinein, irgendwelche Bedingungen zu nennen. Anzunehmen wäre, dass die Gynäkologin auf den Posten des Gesundheitslandesrats schielt, der derzeit allerdings von VP-Mann Hans-Peter Bischof eingenommen wird.

Schwarz-Grün eher unwahrscheinlich

Auch wenn manche in der ÖVP dem Vernehmen nach gerne eine Kooperation mit den Grünen eingehen würden, ist ein schwarz-grünes Experiment in Vorarlberg eher unwahrscheinlich. Vor allem in Verkehrsfragen ist die Kluft zwischen den Parteien groß. Die grünen Gremien tagen jedenfalls erst am Dienstag, auch um die Verdoppelung der Mandate und das Wiedererlangen des Klubstatus zu feiern.

Rund dürfte es in den nächsten Tagen bei den Freiheitlichen gehen, die am Sonntag nicht einmal mehr die Hälfte ihres Wähleranteils von 1999 erreichen konnten. Hatte Egger am Wahlabend noch seine grundsätzliche Bereitschaft zum Weitermachen erklärt, war der Landeschef am Montag schon vorsichtiger. Man werde sich zu solchen Fragen sicher nicht über die Medien äußern. Zunächst werde heute intern beraten, Dienstag Abend trete dann der Landesvorstand zusammen. Ob es dann zu einer Entscheidung über die Zukunft der Partei bzw. der Parteispitze kommt, ließ Egger offen. (APA)

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