Steirer schleuderte Kobras auf Polizisten

22. September 2004, 16:29
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Beamter schoss Reptiliennarr in Oberschenkel, dabei biss Giftschlange ihr "Herrchen" - Zustand lebensbedrohlich

Graz - Ein lebensmüder Obersteirer hat am Sonntag in Leoben per SMS seinen Selbstmord angekündigt und dann zu Hilfe eilende Polizisten mit zwei Brillenschlangen attackiert. Der 29 Jahre alte Mann, laut Polizei Leoben amtsbekannt, konnte durch einen Schuss gestoppt werden, als er gerade eine der Schlange gegen einen Beamten schleudern wollte. Als er zusammenbrach, biss ihn die eigene Schlange. Der Mann wurde auf die Intensivstation des LKH Leoben gebracht, es besteht Lebensgefahr. Die Schlangen wurden von einem Spezialisten eingefangen.

Der Mann hatte laut Polizei via SMS am Sonntagmittag Bekannten angekündigt, dass er Selbstmord durch einen Biss einer seiner Giftschlangen vorhabe. Die Polizei zog deshalb einen bekannten Schlangensachverständigen - der immer Geräte zum Einfangen der Tiere und verschiedene Seren bei sich hat - sowie einen Notarztwagen am Wohnort des Mannes in Leoben-Donawitz zusammen.

Samuraischwert und Schlangen

Als die Beamten zu der Wohnung des Mannes im zweiten Stock gelangten, schleuderte er ihnen ein Samuraischwert - das noch in der Scheide steckte - entgegen. Dann erschien er in der Wohnungstüre, mit mit zwei hochgiftigen Naja-Naja-Kobras (Brillenschlangen) um den Leib gewickelt, deren Köpfe er in der Hand hielt. Mit den beiden ausgewachsenen Exemplaren - beide rund 1,50 Meter lang - drohte er den Polizisten, sie alle umzubringen. Mit den Reptilien in der Hand drängte der 29-Jährige die Beamten zurück, so gelangten in weiterer Folge alle Beteiligten in den Hof des Wohnhauses.

Im Hof ließ sich der Schlangennarr auch nach mehrmaliger Androhung des Schusswaffengebrauches nicht davon abhalten, weiter Todesdrohungen auszustoßen. Als er die hochgiftigen Schlangen in Richtung Polizisten werfen wollte, schoss ihm ein Beamter in den linken Oberschenkel. Der Mann brach zusammen und von einer seiner Schlangen in den linken Unterarm gebissen. Nachdem der Spezialist die Schlangen eingefangen hatte, wurde der Schwerverletzte in die Intensivstation des LKH Leoben gebracht. Sein Zustand ist wegen des Gifts der Schlange lebensbedrohlich.

Es wird vermutet, dass der Mann befürchtete, dass ihm seine zahlreichen Reptilien und Gifttiere, die er in seiner Wohnung hielt, abgenommen würden und dass er deshalb ausgerastet sei. Wegen der Tierhaltung war der Leobener bereits amtsbekannt.(APA)

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