Gusenbauer will Eliteunis in Europa

28. September 2004, 14:10
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Bis zu vier Milliarden fehlten in der Forschung

Alpbach - Den für Europa nach wie vor tristen Befund, wirtschaftlich gegenüber den USA nicht nur nicht aufzuholen, sondern aktuell weiter zurückzufallen, hat SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer beim Forum Alpbach zum Anlass genommen, für Eliteuniversitäten auch in Europa zu plädieren. Beim Auftaktplenum zu den diesjährigen Wirtschaftsgesprächen sagte Gusenbauer: "Verglichen mit der Größe der USA wäre irgendwo in Europa für zehn bis 15 Eliteuniversitäten Platz. Wir können nicht länger hinnehmen, dass 400.000 Forscher aus Europa in den USA arbeiten und 56 Prozent der weltweit besten Unis in den USA sind."

Darüber hinaus will Gusenbauer in Zukunft wesentlich mehr in die Forschung investiert wissen - dies vor allem auch in Österreich. Um die Aufholjagd gegenüber den USA überhaupt starten zu können, müsste etwa Österreichs Forschungsquote gemessen am Bruttoinlandsprodukt seiner Meinung nach um 1,5 Prozentpunkte oder grob um bis zu vier Milliarden Euro steigen. "Das ist aber erst das Mindestmaß. Erst jenseits einer Forschungsquote von vier Prozent beginnt der Aufholprozess", so Gusenbauer.

Ob diese Forderungen und Gedanken Eingang in das neue, von Industrie, ÖVP und FPÖ ob der enthaltenen Steuererhöhungstendenz heftig kritisierte SP-Wirtschaftsprogramm finden werden, lies Gusenbauer vorerst offen. ÖVP-Klubobmann Wilhelm Molterer antwortete ihm spontan mit den Worten: "Lieber Alfred, die Worte hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube." (miba/DER STANDARD, Printausgabe, 2.9.2004)

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