Haubner sieht keine Schuld der Bundes-FPÖ

26. September 2004, 12:20
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13 Prozent eine "gute Basis, auf der man aufbauen kann" - Für Haider ist Verlust seiner Linie schuld

Wien - Jörg Haiders Schwester, FPÖ-Chefin Ursula Haubner, sieht keine Schuld der Bundespartei an der Wahlniederlage der FPÖ in Vorarlberg. Im Ö1-Morgenjournal meinte Haubner am Montag, in den zwei Monaten, in denen die neue Parteiführung nun im Amt ist, sei es nicht möglich gewesen, das verloren gegangene Vertrauen wieder zurück zu gewinnen. Auf Bundesebene habe sich die Partei aber stabilisiert und sei "gut aufgestellt". Die Führungsspitze sei geschlossen, deshalb erwarte sie auch keine innerparteilichen Turbulenzen durch die Wahlniederlage.

Haubner gestand zwar zu, dass sich die FPÖ ein besseres Ergebnis gewünscht hätte und auch der zweite Platz leider verloren gegangen sei. Trotzdem meinte die FPÖ-Chefin, wenn man die in Vorarlberg erreichten 13 Prozent auf den Bund umlegen würde, dann wäre das ein Aufwärtstrend. Hätte die FPÖ diese 13 Prozent auf Bundesebene, dann wäre das ein Zeichen, dass sie weiter vorwärts komme und "eine gute Basis, auf der man aufbauen kann".

Haider: "Alte Linie von 1986 bis 1999" müsse wiederbelebt werden

Für den Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) ist die Wahlschlappe auf den Verlust der Haider-Linie zurück zu führen. Die "alte Politik von 1986 bis 1999" müsse wieder belebt werden, meinte Haider, der sich nicht wundert, dass der andere Koalitionspartner Wahlen gewinne, wenn man selbst ein "liebevoller Koalitionspartner" sei. Dennoch: Für Haider liege es nicht auf der Hand, wieder selbst die Partei zu übernehmen. Denn eine Partei-Linie, so Haider, könne nicht an einer Einzelperson liegen.

Die meisten FPÖ-Wähler hätten nicht die Partei gewechselt, sondern wären zu Nicht-Wählern geworden und hätten sich so in Warteposition begeben, meinte Haider. Es sei schon in Ordnung gewesen, dass sich der Vizekanzler Hubert Gorbach (F) so stark in den Vorarlberger Wahlkampf eingebracht habe. Und er werde schon gewusst haben, warum er erst vor wenigen Montane an Landesparteichef Dieter Egger übergeben haben, sagte Haider. Die ÖVP würde nur dort Gewinne machen, wo sie sich von der Bundes-ÖVP distanziere, betonte Haider. (APA)

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