Sozialdemokraten jubeln über Zugewinne

21. September 2004, 17:23
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SPÖ auf der Überholspur, FPÖ auf der Verliererstraße: Blaue fallen hinter die SPÖ auf Platz drei

Das Rennen um Platz zwei, ausgetragen zwischen SPÖ und FPÖ, entschieden die Sozialdemokraten für sich. Elke Sader (48), seit November 2003 Landeschefin, konnte sich über deutliche Zugewinne freuen. "Ein sehr, sehr schöner Erfolg", jubelte Sader, im Zivilberuf Gynäkologin, nach der geschlagenen Wahl. 1999 hatte es für die SPÖ unter dem damaligen SP-Landesobmann Manfred Lackner nur für 12,99 Prozent der Stimmen (fünf Mandate) gereicht.

SP-Frontfrau Sader hält eine Koalition mit der ÖVP weiterhin für möglich. Nun sei die Volkspartei mit ihrer absoluten Mehrheit am Zug, erklärte Sader. Die VP habe versprochen, zunächst mit der zweitstärksten Kraft Gespräche über eine freiwillige Koalition zu führen. Welche Posten die SPÖ in solchen Verhandlungen als Bedingung einbringen würde, ließ Sader offen: "Tun wir mal langsam mit den Spekulationen."

Sonntagabend war einmal Feiern angesagt: Die Sozialdemokraten trafen sich im Bregenzer Café Vögel. Unter den Gästen: Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos. Heute, Montag, soll das Wahlergebnis im SPÖ-Landesparteivorstand analysiert werden.


Mit Verlusten war für die FPÖ ohnehin zu rechnen. Aber just in der Heimatgemeinde des Spitzenkandidaten mehr als ein Drittel der Stimmen zu verlieren kam einer persönlichen Niederlage für FP-Landeschef Dieter Egger (34) gleich. Und einem schlechten Vorzeichen für den Rest des Landes. Denn in Hohenems, der sechstgrößten Kommune im Ländle, sackte die FPÖ um 10,3 Prozentpunkte ab. In anderen Orten waren die Verluste noch viel höher.

Das reichte am Ende des Wahltags nur noch für Platz drei hinter der SPÖ. Egger, im Zivilberuf Textilindustrieller, ließ angesichts des "bitteren Ergebnisses" seine Zukunft offen, prinzipiell stehe er weiter zur Verfügung. "Über einen Rücktritt werden die Gremien entscheiden." Man habe die Wählerklientel nicht ausreichend mobilisieren können.

Am Nachmittag war übrigens die parteipolitische Rangordnung, die seit 15 Jahren im Ländle gegolten hatte, noch aufrecht: Die FPÖ behauptete sich knapp vor der SPÖ. In FP-Hochburgen wie Lustenau, Nenzing oder Mäder setzte es aber massive Einbrüche für die Blauen, die 1999 noch 27,41 Prozent (elf Mandate) erringen konnten. (DER STANDARD, Printausgabe, 20.9.2004)

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