31.900 FPÖ-Wähler blieben diesmal zu Hause

23. September 2004, 09:51
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Reger Schwarz-Grün-Wähleraustausch

Wien - 31.900 bzw. 56 Prozent der FPÖ-Wähler des Jahres 1999 sind bei der Landtagswahl heute, Sonntag, zu Hause geblieben. Das ist der mit Abstand größte Wählerstrom, den die Analyse des SORA-Instituts im Auftrag des ORF ausweist. Aber auch SPÖ, Grüne und ÖVP konnten fast ein Viertel ihrer früheren Wähler bei der ersten Landtagswahl ohne Wahlpflicht nicht zur Stimmabgabe motivieren.

Tatsächlich mehr Stimmen als 1999 bekamen nur die Grünen (plus 3.165) und die Liste FRIZZ (plus 464). Die SPÖ hat laut dem vorläufigen Endergebnis in Summe 360 Wähler weniger als 1999, die ÖVP 8.097. Diese beiden Parteien haben wegen der stark gesunkenen Wahlbeteiligung aber trotzdem einen höheren Stimmenanteil als 1999 erreicht. Der massive Wählerschwund der FPÖ - netto 33.662 Wähler - schlug sich hingegen auch deutlich im Stimmenanteil nieder.

VP profitiert von FP-Zerfall

Vom Wählerschwund der FPÖ profitierte - laut der Wählerstromanalyse - von den Parteien am stärksten die ÖVP, zu der 5.000 wechselten. Für die Grünen entschieden sich diesmal 1.700 Ex-FPÖ-Wähler, für sonstige Listen 1.200 und für die SPÖ 1.000. Von den "sonstigen Listen" hat die FPÖ laut SORA aber mehr dazugewonnen, nämlich 2.400 Wähler.

Die Behalte-Rate der FPÖ liegt laut der Analyse netto bei 28 Prozent. Ihre früheren Wähler am Besten motivieren konnte - auch wenn 22.800 diesmal nicht wählen gingen - die ÖVP, die von 73 Prozent ihrer 1999er-Wähler wiedergewählt wurde. Bei der SPÖ waren es 67 Prozent, bei den Grünen 52 Prozent.

Die Oppositionsparteien konnten allerdings wesentlich stärker frühere Nichtwähler für sich gewinnen: 2.600 wählten diesmal die SPÖ, 1.800 die Grünen - während die ÖVP nur 600, die FPÖ gar nur 100 aus dem Pool der Nichtwähler für sich gewannen.

Einen relativ regen Wähleraustausch gab es zwischen ÖVP und Grünen: 2.200 frühere Grün-Wähler wählten diesmal Schwarz - und umgekehrt 1.600 frühere ÖVP-Wähler Grün. Für die Grünen waren die 2.200 ein recht bedeutender Anteil - nämlich 18 Prozent der 1999er-Wähler. In Summe mehr Stimmen erreicht haben sie, weil sie von allen anderen Listen gleichmäßig viel - zwischen 1.400 und 1.800 Wähler - dazugewannen, während sie wenig an sie abgaben. (APA)

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