Britische Männern weinen sich aus

24. September 2004, 21:17
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Von wegen kühle Engländer

London - Das Bild des kühlen Engländers mit seiner sprichwörtlichen "stiff upper lip" (steifen Oberlippe) scheint überholt: Einer Umfrage zufolge lässt jetzt ein großer Teil des männlichen Inselvolks seinen Gefühlen freien Lauf. Fast ein Drittel aller britischen Männer weint demnach mindestens einmal im Monat. In London gab sogar ein Viertel der befragten Männer an, im vergangenen Monat einen regelrechten Heulkrampf gehabt zu haben.

Für die von der "Sunday Times" veröffentlichten Studie befragte das Forschungszentrum für soziale Fragen in Oxford mehr als 2.000 Erwachsene. 77 Prozent der Männer halten Weinen in der Öffentlichkeit demnach für zunehmend akzeptiert. "Weinen kann mittlerweile eher auf Sensibilität als auf Schwäche hindeuten", sagte der Direktor des Zentrums, Peter Marsh.

Auch Beckham weinte

Er verwies auf den Fußballstar David Beckham, der in der vergangenen Woche am ersten Schultag seines Sohnes Brooklyn geweint hatte. Beckham gilt als Vorbild für den neuen Typ des "metrosexuellen Mannes", der zwar heterosexuell ist, aber auch offen feminine Seiten zeigt.

Allerdings gab es immer schon Briten, die "nahe am Wasser gebaut" hatten und sich dafür nicht schämten: Kriegspremier Winston Churchill zum Beispiel kamen die Tränen sehr regelmäßig, unter anderem bei Treffen mit Überlebenden deutscher Bombenangriffe oder beim Wiedersehen mit seiner Frau nach einer längeren Trennung.(APA/dpa)

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