Beteiligung ohne Wahlpflicht eingebrochen

28. September 2004, 22:38
posten

Beteiligung sank um 27,6 Prozentpunkte auf 60,20 Prozent

Wien/Bregenz - Bei der ersten Landtagswahl ohne Wahlpflicht ist in Vorarlberg die Wahlbeteiligung eingebrochen: Gaben 1999 noch 87,71 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, waren es diesmal - nach dem vorläufigen Endergebnis ohne Wahlkarten - nur noch 60,20 Prozent. 52.555 bzw. 27,61 Prozent weniger Wähler als 1999 machten am heutigen Wahlsonntag von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Vorarlberg ist damit bei der Landtagswahl-Beteiligung im Vergleich der Bundesländer vom ersten auf den letzten Platz abgerutscht.

Wobei Tirol mit 60,91 Prozent nur knapp hinter den 60,20 Prozent ohne Wahlkarten in Vorarlberg - das als letztes Land die Wahlpflicht abschaffte - liegt. Unter 70 Prozent Wahlbeteiligung weist nur noch Wien aus. Die fleißigsten Wähler weist das Burgenland mit 82,72 Prozent Wahlbeteiligung bei der letzten Landtagswahl auf.

Der Einbruch in der Wahlbeteiligung hatte sich bereits bei den Bundeswahlen des heurigen Jahres abgezeichnet: An der Bundespräsidenten-Wahl im April d.J. haben nur 55,30 Prozent (bundesweit 71,60 Prozent), an der EU-Wahl gar nur 36,16 (österreichweit 42,43 Prozent) Prozent der wahlberechtigten Vorarlberger teilgenommen.

In Vorarlberg war - mit der Wahlpflicht - die Beteiligung bisher immer sehr hoch. Erst 1994 fiel sie unter die 90-Prozent-Marke. Trotz Wahlpflicht ging die Beteiligung aber schon seit 1974 kontinuierlich zurück. (APA)

Share if you care.