Kettensägenmord: Opfersuche auf den Müllplätzen

22. September 2004, 16:29
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Täter fürchtete, wieder verlassen zu werden

Linz - In Lignano und Bibione begann am Wochenende die Suche der italienischen Polizei nach den Leichenteilen einer in Vöcklabruck ermordeten Frau. Die 40-jährige Floristin war am 22. August von ihrem Lebensgefährten aus Eifersucht getötet worden.

Er hatte seine Partnerin nicht verlieren wollen, beim Asphaltstockschießen aber erfahren, dass sie einen Freund neben ihm hatte. So erklärte der 48-jährige Volkmar N. bei der Einvernahme durch die Gendarmerie in Oberösterreich das Verbrechen. Er tötete die Frau mit vier Schüssen in den Rücken und einem in den Kopf; das sechste Projektil hatte er ursprünglich sich selbst zugedacht. Seine 17-jährige Tochter und der 19-jährige Sohn des Opfers schliefen zu dieser Zeit im ersten Stock des gemeinsamen Wohnhauses. Die beiden sind ein Paar.

Der Mann zerstückelte die Leiche später mit einer Kettensäge. Die in neun Plastiksäcken verpackten Leichenteile steckte er in Müllcontainer zwischen Lignano und Bibione. Die Müllcontainer werden gewöhnlich einmal wöchentlich entleert, die italienischen Beamten müssen deshalb auf Müllhalden suchen. Der Oberösterreichische Sicherheitsdirektor Alois Lißl schätzt die Chancen, dort etwas finden zu können, als gering ein.

Der Mörder hatte mit SMS-Botschaften vom Handy seines Opfers Lebenszeichen seiner Partnerin vorgetäuscht und gehofft, dass die Suche der Frau einschlafen werde. Die Eltern der Frau machten schließlich eine Vermisstenanzeige, Gendarmen entdeckten in der - frisch ausgemalten - Mordwohnung Blutspritzer und fanden das Handy der Toten. Volkmar N., der nach seiner Kündigung und Scheidung mit der Floristin in Vöcklabruck ein neues Leben begonnen hatte, gestand. (red, Der Standard, Printausgabe, 20.09.2004)

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