Betriebsrat stark unter Zeitdruck

29. September 2004, 13:07
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Vorstand will bis 24. September Ergebnisse

Wien - Wenig versöhnliche Töne erwarten die Belegschaft der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) am 29. September in einer Mitarbeiterversammlung, zu der sie der Betriebsrat einlädt. Wie berichtet haben BA-CA-Chef Erich Hampel und sein Vize Wolfgang Haller die Mitarbeiter brieflich verständigt, dass sie für die Dienstrechtreform "keine tragfähige Gesprächsbasis" mit dem Betriebsrat haben. Der Vorstand werde daher selbst "Vorschläge erarbeiten und an das Aufsichtsratspräsidium herantragen".

Vorwürfe und Darstellungen, die Zentralbetriebsratschefin Hedwig Fuhrmann "nicht kommentiert". Aus einem Brief an die Belegschaft ergibt sich die Tiefe des Risses, der die Verhandler trennt.

Dem Vorstand gehe es nicht "vorrangig um ein neues Dienstrecht für Neueintritte", schreiben die Arbeitnehmervertreter, sondern "um sehr substanzielle Einschnitte, auch beim Dienstnehmerbestand". Es sei "ein schlechter Weg, die Sorgen der Mitar- beiter um Arbeitsplatz und Dienstrecht offensichtlich als Druckmittel einzusetzen und damit zu versuchen, mitunter die Mannschaft auseinander zu dividieren".

Der Vorstand hat offenbar den Zeitdruck massiv erhöht. Während der Betriebsrat "bis Ende Oktober Zwischenergebnisse" vorlegen wollte, drängt der Vorstand bis 24. September auf Lösungen. Im Gegenzug erklärt er sich offensichtlich bei der umstrittenen Auslagerung von Mitarbeitern in Tochtergesellschaften und der Weiterbeschäftigung von Lehrlingen kompromissbereit. "Forderungen und Junktims", die laut Betriebsrat darauf schließen lassen, dass die Gegenseite "die Situation verkennt", und dass es hier um "rasche Effekte in einzelnen Fragen" gehe. (gra, Der Standard, Printausgabe, 20.09.2004)

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