FPÖ gegen weitere zweisprachige Ortstafeln

20. September 2004, 20:18
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Kärntner Parteichef Strutz kritisiert Sloweniens neues Sprachengesetz als "nationalistisch"

Klagenfurt - Etwa 1200 Menschen nahmen am Sonntag beim 45. Heimkehrertreffen auf dem Ulrichsberg bei Klagenfurt teil. Festredner FPÖ-Landesobmann Martin Strutz, der den erkrankten Sozialminister Herbert Haupt vertrat, lehnte in seiner Ansprache die Aufstellung weiterer zweisprachiger Ortstafeln neuerlich kategorisch ab.

Außerdem übte Strutz scharfe Kritik an dem im August in Slowenien in Kraft getretenen Sprachengesetz. Dieses sei nationalistisch und benachteilige nicht slowenisch sprechende Europäer "in unglaublicher Weise", sagte Strutz. Er forderte vom offiziellen Österreich, eine Protestnote in Laibach und bei den zuständigen Gremien der EU zu deponieren.

Der FPÖ-Obmann wies darauf hin, dass Kärnten "das älteste Gemeinwesen auf österreichischem Boden", kein homogenes ethnisches Land sei, aber "ein Land, wo Menschen beider Zungen über Jahrhunderte friedlich zusammengelebt haben und auch nicht wünschen, dass Kräfte von außen diesen Frieden stören oder diese Einheit in Frage stellen".

Kärnten lasse der slowenischen Volksgruppe großzügige Unterstützung zukommen, und zwar in kultureller, sprachlicher und finanzieller Hinsicht. Man habe einen großen Beitrag geleistet, um zu zeigen, "dass die Feinde von einst fähig und willens sind, in einer friedlichen Form zusammenzuleben". Daher richte er einen Appell an die Nachbarn, nicht wieder "die falschen Seiten ihrer Geschichtsbücher aufzuschlagen".

Im Vorfeld des Treffens hatte es Streit um die Teilnahme des Vereins der Veteranen des Slowenienkrieges im Jahr 1991 (ZVVS) gegeben, der vom Präsidenten der Ulrichsberggemeinschaft, Rudolf Gallob, eingeladen worden war. Der Kärntner Abwehrkämpferbund übte scharfe Kritik an der Einladung, da auch ehemalige Tito-Partisanen dem Verein angehören würden. Am Samstag sagten die Slowenen ihren Besuch ab, das Treffen am Sonntag verlief ohne Zwischenfälle. (APA/DER STANDARD, Printausgabe, 20.9.2004)

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