Komponist Bert Breit starb 77-jährig

24. September 2004, 22:32
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Nach längerer Krankheit in Innsbruck - Komponierte Kennmelodie zur legendären ORF-Radiosendung "Der Schalldämpfer"

Innsbruck - Der Tiroler Komponist, Radio- und Filmemacher, Journalist und Grafiker Bert Breit ist tot. Er starb nach Angaben des ORF-Tirol bereits am Freitagabend im Alter von 77 Jahren nach längerer Krankheit in Innsbruck.

Bis zuletzt waren neue Werke von Breit aufgeführt worden. So war etwa einer seiner Jodler in der Fassung für Streichorchester im vergangenen Juli bei den Tiroler Festspielen in Erl zu hören. Dort war ihm auch eine ganze Serie von Aufführungen gewidmet. Die wohl am häufigsten gespielte Musik Breits war die Kennmelodie zur legendären ORF-Radiosendung "Der Schalldämpfer" von Axel Corti.

Breit wurde am 25. Juli 1927 in Innsbruck geboren, wo er auch die Schule besuchte. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges geriet er wegen seiner Mitgliedschaft bei einer Innsbrucker Widerstandsgruppe in politische Haft. Nach dem Krieg begann Breit sein Musikstudium in Innsbruck, das er am Salzburger Mozarteum abschloss. Seine Kompositions-Lehrer waren Wilhelm Keller und Carl Orff.

Im Anschluss erhielt Breit ein Stipendium des Institut Francais für Studien in Paris und unternahm die ersten Versuche, mit Geräuschen Musik zu machen. In der Folge gründete er den Tiroler Kammerchor "Walther von der Vogelweide", dessen Wirken mehrfach ausgezeichnet wurde. Ab 1961 war Breit Leiter der Abteilung "Ernste Musik" beim ORF Tirol. 1967 kündigte er jedoch, um freischaffend für Radio und Film tätig sein zu können.

Als Dokumentarfilmer war Breit seit 1968 tätig. In seinen Radiofeatures und Filmen befasste er sich vor allem mit sozialen Anliegen und Volkskultur. Seine grafischen Arbeiten als Zeichner, die in vielen Ausstellungen zu sehen waren, zeichnen sich durch Melancholie, Düsterkeit und Witz aus. 1998 wurde Breit mit dem Tiroler Kunstpreis ausgezeichnet. (APA)

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