Deutsche Einheit mit 1,5 Billionen Euro teurer als angenommen

21. September 2004, 18:17
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Ostdeutsche Haushalte stehen gar nicht so schlecht da

Berlin - Die Kosten der deutschen Wiedervereinigung liegen höher als bisher angenommen. Der Leiter des Forschungsverbundes SED-Staat an der Freien Universität Berlin, Klaus Schroeder, kommt in einem Beitrag für die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" zu dem Ergebnis, dass sich die bisher entstandenen Kosten für die Vereinigung auf 1,5 Billionen Euro belaufen. "Alle Bundesregierungen haben versucht, die Kosten der Vereinigung zu verschleiern, wohl um eine Neiddebatte zu verhindern", schreibt Schroeder.

Alleine in der Rentenversicherung sind nach Schroeders Berechnungen elf Milliarden Euro mehr von West nach Ost geflossen als bisher angenommen. Schroeder kommt zu dem Ergebnis, dass die ostdeutschen Haushalte materiell sehr viel besser dastehen als häufig angenommen. Zu Beginn der Vereinigung hätten sie Kaufkraft bereinigt auf dem Niveau eines durchschnittlichen westdeutschen Haushalts am Ende der fünfziger Jahre gelegen. Mitte der 90er Jahre seien sie dann auf dem westdeutschen Niveau von 1992 angelangt. Das bedeute einen "Wohlstandssprung" von 30 Jahren innerhalb weniger Jahre. Die ostdeutschen Geldvermögen seien 1990 ein Fünftel so groß wie die westdeutschen gewesen, heute seien sie bei mehr als der Hälfte angekommen. (APA/dpa)

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