Softwarekonzern will Raubkopierern an den Kragen

1. Oktober 2004, 16:36
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Neuer Pilot-Versuch auf der Windows-Download-Webseite checkt Software-Lizenz - Anwender müssen nicht mitmachen

Der Softwarekonzern Microsoft startete auf seiner Windows Download-Webseite einen Pilot-Versuch um nähere Informationen zu unlizensierten Windows-Versionen zu erhalten. Besucher der Webseite werden gefragt, ob die Software-Lizenz für Windows überprüft werden darf, so soll der Softwarekonzern mehr Informationen zu den in Umlauf befindlichen nicht-lizensierten Raubkopien erhalten.

Mitmachen nicht Pflicht

Wenn die Nutzer der "Einladung" folgen, wird das Betriebssystem auf seine Legitimität überprüft. Allerdings hat dieser Check keinerlei weitere Auswirkungen. Sollten Anwender der Überprüfung nicht zustimmen, so können sie trotzdem ihre Downloads herunterladen. Auch wenn die auf dem überprüften Rechner installierte Windows-Version nicht lizensiert ist, kann unbehindert heruntergeladen werden. Laut Angaben von Microsoft ist das Programm ein erster Schritt auf dem Weg bessere Einblicke in die Welt der Raubkopie-Nutzer zu bekommen. Da die Teilnahme am Programm freiwillig ist, rechnet der Softwarekonzern allerdings damit, dass Anwender, die wissen dass ihr Windows eine illegale Kopie ist, ohnehin nicht teilnehmen werden.

Informationen

"Ich erwarte, dass Anwender, die Raubkopien von Windows nutzen, sehr interessiert daran sind was wir da machen, aber diese können ja leicht nicht am Programm teilnehmen", meint David Lazar von der Microsoft Windows Client-Abteilung in einem Interview. Anwender, die teilnehmen und deren Version sich als nicht-lizensiert herausstellt, werden darüber informiert und erhalten den Hinweis sich an den Händler zu wenden, der ihnen den PC oder das Betriebssystem verkauft hat. Zusätzlich gibt es detaillierte Informationen wie man illegale Software vermeiden kann. In der derzeitgien Form gibt es für legale User allerdings keinerlei Benefits wenn sie am Programm teilnehmen.

Die Zukunft

Experten sehen dieses Programm als einen ersten Schritt, dem weitere folgen könnten. So könnte Microsoft diesen Check in Zukunft verpflichtend einführen und Anwender von illegalen Raubkopien von Updates ausschließen. Für Lazar dient das Programm vor allem Anwender und auch Firmen, die sich nicht sicher sind, ob ihr Betriebssystem legal lizensiert ist und die Klarheit darüber wollen. Laut Lazar ist noch nicht entschieden wie mit dem Programm weiter vorgegangen werden soll. Zunächst werden einmal 20.000 User, die am Programm teilgenommen haben, abgewartet, erst dann wird über eine mögliche Ausweitung oder andere Vorgehensweisen diskutiert.(red)

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