Karzai: Ausländische Truppen lebenswichtig

22. September 2004, 11:23
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"Präsenz bis auf weiteres unverzichtbar" - Internationale Truppen "werden gehen, wenn wir eine kraftvolle Armee haben"

Kabul - Die Anwesenheit ausländischer Truppen in Afghanistan ist nach Ansicht des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai bis auf weiteres unverzichtbar. Auf einer Wahlkampfveranstaltung am Samstag wich Karzai der Frage aus, wann mit einem Abzug der ausländischen Truppen zu rechnen sei. Es sei mühsam genug gewesen und habe erheblicher Anstrengungen bedurft, um die Truppen ins Land zu bekommen und dort zu halten, sagte er.

Die rund 8000 Friedenssoldaten der NATO und die vor allem bei der Verfolgung der Untergrundkämpfer engagierten rund 17.000 Soldaten der internationalen Truppe unter US-Oberkommando seien lediglich "temporär" in Afghanistan, sagte Karzai. Ihre Anwesenheit werde so lange dauern, wie es nötig sei. "Sie werden gehen, wenn wir selbst eine kraftvolle Armee haben."

17 Mitbewerber für Karzai

Karzai gilt bei der ersten Präsidenten-Direktwahl nach dem Sturz des Taliban-Regimes am 9. Oktober als aussichtsreichster Kandidat. Er hat 17 Mitbewerber, denen kaum Chancen eingeräumt werden. Sollte er beim ersten Anlauf trotz seiner relativen Bekanntheit nicht auf 51 Prozent kommen, könnte es allerdings eine Stichwahlrunde geben.

Um die Reform der afghanischen Streitkräfte, zur Zeit etwa 14.000 Mann, bemühen sich vor allem die USA. Deutschland hat die Verantwortung für die Ausbildung der afghanischen Polizei- und Sicherheitskräfte übernommen, rund 20.000 Mann. Die Reformbemühungen kommen allerdings nur langsam voran. Einige Afghanen argwöhnen die Absicht der USA dahinter, die afghanischen Streitkräfte schwach zu halten, um die ausländische Truppenpräsenz so lange wie möglich hinausziehen zu können. (APA/Reuters)

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    Hamid Karzai: Afghanistan braucht fremde Truppen

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