USA heben Exportkontrollen für Atom-Lieferungen nach Indien auf

22. September 2004, 14:38
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Erster Schritt bei Ausbau von strategischer Partnerschaft

Washington - Die Vereinigten Staaten wollen die Exportkontrollen für die Lieferung von Ausrüstung für indische Atomanlagen aufheben. Indien habe sich im Gegenzug zur Nicht-Weiterverbreitung von Atommaterial verpflichtet, erklärte die US-Regierung am Freitag in Washington nach einem Treffen zwischen dem Staatssekretär im US-Außenministerium, Mark Grossman, und dem indischen Außen-Staatssekretär Shyam Saran. Auch werde es eine engere Zusammenarbeit im Bereich der kommerziellen Raumfahrt Erleichterungen bei Exportlizenzen geben. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Adam Ereli, hob vor Journalisten die wachsende Bedeutung der bilateralen Beziehungen mit Indien hervor.

Zusammenarbeit

Bei der jüngsten Vereinbarung handelt es sich um die erste Phase des geplanten Ausbaus der strategischen Partnerschaft zwischen den USA und Indien, den US-Präsident George W. Bush und der frühere indische Regierungschef Atal Behari Vajpayee im Jänner vereinbart hatten. Beide Staaten wollen insbesondere in den Bereichen zivile Atomkraft, zivile Raumfahrt und Hochtechnologie enger zusammenarbeiten. Auch eine engere Kooperation bei der Raketenabwehr wurde vereinbart.

Nach den indischen Atomtests 1998 hatten die USA Sanktionen verhängt und das Land damit im Hochtechnologiebereich weit gehend isoliert. Von den Sanktionen betroffen war insbesondere der Bereich von Atomtechnologie, die sowohl für zivile als auch militärische Zwecke eingesetzt werden kann. Beobachter werteten die jüngsten Vereinbarungen daher als wichtigen Schritt für Indien heraus aus der Isolation. Am Dienstag treffen sich Bush und der indische Regierungschef Manmohan Singh am Rande der UNO-Vollversammlung in New York. (APA)

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