Zivilisten bei Großeinsatz gegen kurdische Aktivisten getötet

19. September 2004, 22:43
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Türkische Polizisten erschießen versehentlich zwei Passanten

Istanbul - Bei einem Großeinsatz der türkischen Polizei gegen kurdische Aktivisten sind zwei unbeteiligte Zivilisten getötet und zwei weitere verletzt worden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi waren die Polizisten in der Nacht zum Samstag in der nordöstlichen Provinz Gumushane im Einsatz gegen mutmaßliche Anhänger der Kurden-Partei Kongra-Gel, die für einen Angriff auf eine Polizeiwache verantwortlich gemacht werden. Dabei stießen sie auf eine Gruppe von Fußgängern. Da die Gruppe auf Zuruf nicht reagiert habe, hätten die Beamten das Feuer eröffnet. Laut Anadolu handelte es sich bei den Opfern um Dorfbewohner, die auf dem Weg zu ihren Feldern waren, um Wildschweine zu vertreiben.

Die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hatte von 1984 bis 1999 gegen die türkische Armee gekämpft; in dem Krieg starben mehr als 30.000 Menschen. Seit einigen Monaten verübt die Kurdengruppe, die sich inzwischen Kongra-Gel nennt, wieder vermehrt Anschläge und Überfälle in der Türkei. (APA)

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