Zweite Verhandlungsphase über Sanierungsplan beginnt

19. September 2004, 19:22
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Gewerkschaften fiebern Aufsichtsratssitzung der Airline entgegen

Rom - Nach der Einigung über die Personalverträge beginnt bei Alitalia eine zweite, entscheidende Verhandlungsphase über den Sanierungsplan, der die Airline vor dem Bankrott retten soll. Am morgigen Montag ist eine Aufsichtsratssitzung der Alitalia geplant, bei der der wirtschaftliche Plan für die Jahre 2005 bis 2008 verabschiedet werden soll. Der Aufsichtsrat wird auch die Abkommen überprüfen, die mit den Gewerkschaften über die Verträge der Piloten sowie des Boden- und Kabinenpersonals abgeschlossen wurden.

Zu diesem Plan gehört die Aufteilung des Unternehmens in eine "Alitalia Fly" für den eigentlichen Flugbetrieb und in eine "Alitalia Service" für Wartung und Bodendienstleistungen. Weiters will der italienische Staat seine Beteiligung an Alitalia von 62 auf 49 Prozent verringern.

Unentbehrliche Einigung

Die Einigung über den Sanierungsplan gilt als unentbehrliche Bedingung für den Überbrückungskredit im Wert von 400 Mio. Euro, die die Regierung der Alitalia gewähren will. Mit dem Kredit will Alitalia die große Liquiditätskrise überwinden, in die sie geschlittert ist. Die Fluggesellschaft verfügt nur noch über so viel Liquidität, um die letzten September-Gehälter zu bezahlen.

Der italienische Ministerrat wird im Laufe der Woche auch soziale Maßnahmen für die 3.680 Mitarbeiter der Fluggesellschaft überprüfen, deren Arbeitsplätze im Rahmen des Sanierungsplans wegrationalisiert werden. Die Regierung will sich noch einige Tage Zeit nehmen, um die Kosten der Operation zu überprüfen. Schätzungen zufolge könnte die Regierung bis zu 100 Mio. Euro im kommenden Jahr ausgeben, um dem gekündigten Alitalia-Personal unter die Arme zu greifen.

Alitalias Geschäftsführer Giancarlo Cimoli überprüft auch mögliche Allianzen mit internationalen Partnern, die nach Beginn des Sanierungsphase einen wichtigen Beitrag zum Relaunch der italienischen Fluggesellschaft beitragen könnten. Dabei wird vor allem die Lufthansa in Erwägung gezogen. Die deutsche Airline ist stark am rentablen italienischen Markt interessiert. (APA)

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