Moskau: Autobombenanschlag verhindert

19. September 2004, 17:06
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Ziel möglicherweise Bürgermeister-Konferenz - Mutmaßlicher Attentäter starb nach Festnahme an "Herzattacke"

Moskau - Russische Sicherheitskräfte haben nach eigenen Angaben am Samstag in Moskau einen Autobombenanschlag verhindert. Nach inoffiziellen Behördenangaben sollte das Attentat einer Konferenz von Bürgermeistern großer Metropolen gelten. Bei einer nächtlichen Autokontrolle sei ein 38-jähriger Mann festgenommen worden, dessen Wagen mit Sprengstoff und Minen zu einer Bombe umgebaut war, sagte der Sprecher des Inlandsgeheimdienstes FSB, Sergej Ignatschenko. Der Sprengsatz sei unschädlich gemacht worden.

Der mutmaßliche Attentäter sollte nach eigenem Geständnis für einen Lohn von 1000 US-Dollar (800 Euro) zwei Autos vor einem Museum parken, das die Bürgermeister nach Abschluss ihres Treffens besichtigen sollten. Der Verdächtige sei nach der Festnahme an einer "Herzattacke" gestorben, sagte ein Vertreter der Sicherheitsbehörden der Agentur Interfax. Nach den Hintermännern werde gefahndet. In einigen Polizeiberichten war auch Sprengstofffunden in zwei Autos die Rede.

Alter Sprengstoff unter Autobahn entdeckt

Bei Bauarbeiten an einer Autobahn außerhalb Moskaus entdeckten Bauarbeiter zwei Kisten mit etwa 60 Kilogramm Sprengstoff. Nach ersten Analysen handele es sich nicht um ein Depot von Terroristen. Der Sprengstoff Trotyl habe zehn Jahre lang unter dem Asphalt gelegen und sei nicht mehr brauchbar, erklärte die Polizei.

Die Bewohner seien in eine nahe gelegene Schule evakuiert worden, Experten des Inlandsgeheimdienstes FSB hätten die Sprengsätze entschärft, berichtete der Fernsehsender NTW. Sie sei gegen 03.00 Uhr morgens mit der Begründung geweckt worden, es bestehe Explosionsgefahr, sagte eine Anrainerin dem Sender.

Russland wurde in den vergangenen Wochen von einer Serie von Terroranschlägen erschüttert. Vor zwei Wochen kamen bei dem blutigen Geiseldrama von Beslan mindestens 339 Menschen ums Leben, die Hälfte davon Kinder. Zuvor hatte sich eine Selbstmordattentäterin vor einer Moskauer U-Bahnstation in die Luft gesprengt.

Zwei tschetschenische Attentäterinnen brachten zudem zwei russische Passagiermaschinen zum Absturz. Dabei starben insgesamt 90 Menschen. Zu den Anschlägen bekannte sich am Freitag im Internet der tschetschenische Rebellenführer Schamil Bassajew.

126 befreite Geiseln und Familienangehörige aus Beslan trafen am Samstagmorgen im Kurort Sotschi am Schwarzen Meer ein. Sie sollen dort mindestens drei Wochen lang in Sanatorien medizinisch und psychologisch betreut werden. (APA/dpa)

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