Heizölhandel rechnet mit Rekordpreisen

29. September 2004, 17:22
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Absinken der Heizölpreise scheint unwahrscheinlich - Schweizer Erdölvereinigung empfiehlt: "Jetzt Tanks füllen!"

Wien/Bern - Wenn die ersten Blätter fallen, ist es Zeit, den Heizöltank zu füllen. Bei zuletzt wieder steigenden Preisen ist die Entscheidung nicht leicht: Weiter warten oder kaufen?

Ölpreisexperte Dietmar Wenty von der Arbeiterkammer rät nun, langsam mit dem Kaufen zu beginnen, wenn die Tanks noch leer sind. Bis jetzt sind die Haushalte in Österreich in Warteposition geblieben, was auch der Heizölhandel bestätigt. Auch deswegen könnte die Hoffnung, noch deutlich billigere Heizöleinkaufstage zu erleben, enttäuscht werden.

Rekordpreise

Ein Nachfrageboom wegen der starken Zurückhaltung in den vergangenen Monaten könnte laut Aussendung des heimischen Heizölhandels sogar zu "Rekordpreisen" führen. Das waren zuletzt rund 560 Euro je 1000 Liter vor vier Jahren.

"Die Preise haben sich jetzt auf hohem Niveau stabilisiert", so Wenty. Derzeit liege der Nettopreis je 1000 Liter wieder leicht gedämpft auf rund 320 Euro (exklusive Mineralölsteuer und Umsatzsteuer). Für kleinere Mengen (Haushaltsgebrauch) liegen die Preise allerdings deutlich höher, zuletzt kostete ein Liter Heizöl 51 Cent.

Starke Nachfrage

"Der Winter wird teuer", bringt es Rolf Hartl, der Geschäftsleiter der Schweizer Erdölvereinigung auf den Punkt. Seit Anfang des Jahres stieg der Preis für Heizöl im Großabnehmerbereich von 259 auf bis zu 380 Euro für 1000 Liter. Hartl führt den Preisanstieg auf die in den letzten zwei bis drei Jahren weltweit stark gestiegene Nachfrage zurück.

Das beschere der Förderung und den Raffinerien Kapazitätsengpässe. Reserven seien kaum mehr vorhanden, alles bewege sich "am Anschlag". Die Preise von 15 bis 20 Dollar (12,34 bis 16,5 Euro) pro Fass Rohöhl Ende der 1990er-Jahre seien Vergangenheit, eine Trendwende nicht zu erwarten, sagt auch er. Aktuell kostet ein Fass der für Europa maßgeblichen Sorte Brent knapp 43 Dollar.

"Jetzt Tanks füllen!"

Zudem treibt derzeit jedes Ereignis den Preis am Spotmarkt für Öl nach oben, sei es der Hurrikan "Ivan" oder ein Pipelinebrand im Irak.

Die Schweizer Erdölvereinigung empfiehlt laut Hartl darum seit Juni klar: "Jetzt Tanks füllen". (kbau, sda, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18./19.9.2004)

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