Interner Streit spitzt sich zu

19. September 2004, 19:01
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Vorstand hat "keine tragfähige Gesprächsbasis" zum Betriebsrat - Mitarbeiterversammlung am 29. September

Wien - Der Streit zwischen dem Betriebsrat der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) und dem Vorstand spitzt sich zu. Wie mehrfach berichtet, verhandeln der Zentralbetriebsrat unter Hedwig Fuhrmann, und der Vorstand, namentlich Personalvorstand Wolfgang Haller, seit Wochen über eine neue Betriebsvereinbarung. Ihr Herzstück: flexiblere Bezahlung und das Streichen unzeitgemäßer Zulagen.

Keine Fortschritte

Doch in den letzten Sitzungen dürften die Verhandler nicht weitergekommen sein. Zwar sprach BA-CA-Chef Erich Hampel am 8. September von konstruktiven Gesprächen, jetzt klingt das alles aber ganz anders. In einem Brief von Hampel und Haller vom 15. September an die Mitarbeiter schreiben sie: "Wir haben Ihnen versprochen, Sie laufend über den Fortschritt der Gespräche über das Thema 'modernes Dienstrecht in der BA-CA' zu informieren. Wir können dies - zu unserem Bedauern - nicht wie angekündigt, gemeinsam mit dem Betriebsrat tun, da derzeit keine tragfähige Gesprächsbasis gefunden werden kann."

"Keine Bereitschaft"

Es habe von Betriebsratsseite "keine ausreichende Bereitschaft zu zielführenden und zügigen Gesprächen" gegeben". Ein "Kompromisspapier" habe der Betriebsrat "nicht unterzeichnen wollen." Der Vorstand folgert: "Es muss im beiderseitigen Interesse und Einvernehmen eine Lösung gefunden werden, die die automatische Dynamik des jetzigen Dienstrechts eindämmt. Sonst geht der Rationalisierungsdruck mit noch größerer Härte weiter." Seine Ankündigung: "Wir werden daher in den nächsten Wochen Vorschläge erarbeiten und an das Präsidium des Aufsichtsrates herantragen."

Der Betriebsrat ist zu keinem Kommentar bereit. Er hat für 29. September zur Mitarbeiterversammlung gerufen. (gra, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18./19.9.2004)

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